Boltz-Firma vermittelt Wechsel zu günstigstem Energieanbieter

12. Dezember 2016, 12:48
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Mit der von ihm mitgegründeten Plattform Ohho erwartet der Ex-Chef der E-Control deutlich mehr Anbieterwechsel

Wien – Seit Monaten wird darüber gemunkelt, nun ist es so weit: Walter Boltz, der bis März an der Spitze der Regulierungsbehörde E-Control stand, ist seit Montag mit der von ihm mitgegründeten Vermittlungsplattform Ohho (Betonung liegt auf dem O) online. Vermittelt werden Strom- und Gasanbieter in ganz Österreich, und zwar die jeweils günstigsten. Dieses Versprechen gaben Unternehmenschef Boltz und seine Mitstreiter Alexander Schütz, Gründer und CEO der Fondsgesellschaft C-Quadrat, und Reinhard Pichler, früher Manager bei OMV/Petrom und nun Privatier, am Montag auf einer Pressekonferenz ab.

Das Neue am Energiemakler Ohho ist, dass preissensible Kunden nicht permanent daran denken und ein achtsames Auge darauf werfen müssen, welcher Anbieter für die eigenen Belange gerade der Günstigste ist. Das erledigt Ohho nach Vorlegen einer entsprechenden Vollmacht automatisch. "Tatsache ist, dass viele Kunden im ersten Jahr mit großen Rabatten gelockt werden. Fällt der Rabatt nach zwölf Monaten weg, kosten Strom und Gas dann deutlich mehr. Wir achten beizeiten darauf, dass kein Termin verpasst wird und der Kunde langfristig ein gutes Angebot hat", sagt Boltz.

Lukrativer Wechsel

Für die Kunden ist die Dienstleistung gratis. Ohho gibt die Preise weiter, die im Tarifkalkulator der E-Control aufscheinen. Pro vermitteltem Neukunden erhält Ohho einen Fixbetrag vom neuen Lieferanten. "Wir rechnen mit 50.000 bis 70.000 Neukunden pro Jahr", sagt Boltz. Gestartet wird mit zunächst sechs Mitarbeitern, Callcenter inklusive. Eine Expansion nach Deutschland sei Ende 2017 denkbar, auch Tschechien und Polen seien im Prinzip interessante Märkte, wo man irgendwann hingehen könnte.

Als Beweggrund, Geld in das Unternehmen zu stecken, nennt C-Quadrat-Gründer Schütz die großen Einsparmöglichkeiten bei einem Lieferantenwechsel. "Bei uns geht es bei der Veranlagung von Kundengeldern mitunter um geringfügige Renditeunterschiede, bei einem Wechsel des Energielieferanten kann man ganz andere Beträge lukrieren." Derzeit seien Einsparungen von 800 Euro und mehr pro Jahr möglich, wenn man die angestammten Lieferanten von Strom und Gas gegen neue, günstigere tausche, ergänzt Boltz. Zielgruppe seien die mehr als 90 Prozent der österreichischen Haushalte, die entweder noch nie gewechselt haben (rund 80 Prozent) oder die einmal gewechselt haben und dann nicht mehr.

An Ohho hält Schütz 20 Prozent der Anteile, Boltz ist mit gut 15 Prozent beteiligt, der Rest entfällt auf eine Investorengemeinschaft. (Günther Strobl, 12.12.2016)

  • Der Wechsel zu einem neuen Gas- oder Stromlieferanten kann hunderte Euro pro Jahr sparen helfen. Ein Start-up namens Ohho, das der frühere E-Control-Chef Walter Boltz mitgegründet hat, will den Wechsel erleichtern.
    foto: dpa / karl-josef hildenbrand

    Der Wechsel zu einem neuen Gas- oder Stromlieferanten kann hunderte Euro pro Jahr sparen helfen. Ein Start-up namens Ohho, das der frühere E-Control-Chef Walter Boltz mitgegründet hat, will den Wechsel erleichtern.

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