Aixtron rechnet nicht mit Rettung durch neuen Käufer

12. Dezember 2016, 11:01
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Chipanlagenbauer will nach gescheitertem Verkauf an Chinesen alleine zurecht kommen

Nach dem Absprung des chinesischen Investors rechnet der defizitäre deutsche Chip-Anlagenbauer Aixtron nicht mit einem neuen Käufer. "Die Sache mit den Chinesen war das Ergebnis eines zweijährigen Prozesses", sagte ein Firmensprecher am Montag. Daher sei es unwahrscheinlich, dass nun plötzlich ein neuer Interessent auftaucht.

Aixtron müsse nun allein zurecht kommen, Kosten senken und prüfen, welche Schritte zur Sanierung gemacht werden können. Ergebnisse werde es wohl Anfang des Jahres geben.

Sicherheitsbedenken

Vorstandschef Martin Goetzeler wollte mit Hilfe des chinesischen Investors Fujian Grand Chip Investment (FGC) aus der Misere kommen. Zudem hofft er, so einen besseren Zugang zum milliardenschweren chinesischen Markt zu erhalten, auf dem sich auch US-Konkurrenten wie Veeco oder Applied Materials tummeln. Doch wegen Sicherheitsbedenken zog erst Deutschlands Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel seine bereits erteilte Unbedenklichkeitserklärung zurück; dann verweigerte US-Präsident Barack Obama seine Zustimmung zu dem Deal. Vergangene Woche gab FGC letztendlich seine Übernahmepläne auf.

Aixtron stellt Anlagen zur Produktion von Halbleitern her. Neben der zivilen Nutzung etwa für Leuchtdioden könnten auf den Aixtron-Anlagen aber auch Chips für militärische Zwecke produziert werden, etwa für Systeme, die Raketen und Satelliten steuern.

700 Mitarbeiter

Experten bezweifeln, dass Aixtron mit seinen gut 700 Mitarbeitern selbstständig überleben kann. Im September hatte Goetzeler in einem Reuters-Interview gesagt, ohne einen Partner drohten harte Einschnitte und ein Abbau von Arbeitsplätzen. (APA, 12.12. 2016)

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