Stimme und Sprache: Tricks für den Job

Video22. Dezember 2016, 14:58
68 Postings

Was einen im Meeting und beim Bewerbungsgespräch kompetent wirken lässt, erklärt Sprechtrainerin Barbara Blagusz

Man kommt im Bewerbungsgespräch nicht gut an, wird im Meeting selten ernst genommen, beim Kundengespräch nicht richtig verstanden – es könnte an der Stimme liegen, sagt Sprechtrainerin Barbara Blagusz. Sie sei neben der Körpersprache das wichtigste Instrument, um andere zu überzeugen. Aber wie wirkt man nun kompetent? Blagusz mit Tricks und Übungen:

Wie klingt eine "kompetente Stimme"?

derstandard.at/lisabreit
Was man braucht, um stimmlich zu überzeugen.

Wer kompetent klingen will, müsse in einem gut ausgewogenen Sprechtempo sprechen – was vor allem bedeute: nicht zu schnell. Satzenden müssten nach unten gezogen werden, so erhielten die Botschaften mehr Gewicht. Außerdem wichtig, um kompetent zu wirken, sei, in der richtigen Stimmlage zu sprechen. "Zu hohe Stimmen wirken immer inkompetent und unverbindlich", sagt Blagusz. Schließlich sei es auch entscheidend, richtig – nämlich die wichtigsten Stellen im Satz – zu betonen.

1. "Ähs" vermeiden

derstandard.at/lisabreit
Per Tonaufnahme kommt man Äh-Sagern auf die Schliche.

Instrument Nummer eins, um kompetent zu wirken, sei ein kohärenter Sprechfluss, sagt Blagusz. Das bedeute zunächst: Ähs so gut es geht zu vermeiden. "Sie sind Denkpausen, spärlich eingesetzt signalisieren sie dem Gegenüber 'Ich spreche noch, unterbrich mich bitte nicht'", sagt Blagusz. Verwende jemand aber zu viele Ähs, lenke das vom Inhalt des Gesprochenen ab. "Das kann manchmal sogar so weit gehen, dass wir in einer Präsentation nur noch die Ähs zählen. Der Sprechfluss wird regelrecht zerhackt", sagt die Trainerin. Ihr Rat: sich selbst aufzunehmen "in freien Sprechphasen, also wenn Sie erzählen, was Sie letztes Wochenende gemacht haben, wo Sie den nächsten Urlaub verbringen werden".

2. Die richtige Stimmlage finden

derstandard.at/lisabreit
Die Lieblingsspeise vorstellen und laut "Mhhhhh" summen – so findet man seinen Eigenton, in dem man auch bei Präsentationen sprechen sollte.

Dann gelte es, seine individuelle Stimmlage zu finden. Das sei jene, "bei der die Stimmbänder optimal gespannt sind. Also nicht zu stark, aber auch nicht unterspannt." Spreche man zu hoch, klinge das inkompetent. Wie man die passende Stimmlage findet? "Sie können sich Ihre Lieblingsspeise vorstellen. Dann schnuppern Sie daran und machen ein tiefes, wohliges, aus dem Bauchraum kommendes 'Mhhhhhhh'." Aus diesem Ton heraus solle man beginnen zu zählen – so offenbare sich der eigene tiefste Eigenton. "In diesem sollten Sie eine Minute lang wie eine Litanei sprechen", sagt Blagusz. "Dann sprechen Sie wieder ganz normal und werden merken, dass Sie mit der Zeit immer wieder auf diesen Ton zurückschwingen können. Und klingen angenehm in den Ohren Ihrer Zuhörer."

3. Richtig betonen

derstandard.at/lisabreit
Die Stimme am Satzende zu senken, lässt einen souveräner klingen.

Der dritte, "vermutlich wichtigste" Sprechtipp: die Stimme zum Satzende absenken. "Viele von uns tendieren dazu, wenn sie sprechen, es wie einen einzigen langen Satz klingen zu lassen", sagt Blagusz. Damit klinge man so, als würde man selbst nicht so richtig glauben, was man sagt. Will man also seinen Botschaften mehr Gewicht geben, möchte man glaubwürdig und souverän klingen, müsse man die Stimme am Satzende senken. Trainieren könne man das, indem man bewusst beide Varianten ausprobiert. (lib, 22.12.2016)

Share if you care.