Kolumbien bietet ELN-Rebellen Weihnachtsfrieden an

12. Dezember 2016, 07:27
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Guerillagruppe soll Bedenkzeit bis Jänner für einseitige Waffenruhe nutzen

Bogota – Die kolumbianische Regierung hat der Guerillagruppe Nationales Befreiungsheer (ELN) einen Weihnachtsfrieden vorgeschlagen. Die Rebellen könnten eine von ihnen erbetene Bedenkzeit bis zum 10. Jänner gut für eine "einseitige Waffenruhe" nutzen, erklärte der Regierungsunterhändler Juan Camilo Restrepo am Sonntag auf Twitter.

Die kolumbianische Regierung hatte Ende Oktober den Beginn von Friedensverhandlungen mit der ELN in letzter Minute verschoben. Die Verhandlungen sollen erst nach der Freilassung einer Geisel beginnen. Die ELN wiederum verlangt, dass zwei inhaftierte Rebellenkämpfer begnadigt werden.

Vier Jahre Verhandlung

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos wurde für seinen Einsatz für die Beendigung des seit mehr als 50 Jahren andauernden Konflikts mit der größten Rebellengruppe des Landes, den Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc), am Samstag in Oslo der diesjährige Friedensnobelpreis verliehen.

Die Verhandlungen mit der FARC hatten vier Jahre gedauert. Vor knapp zwei Wochen machte das Parlament den Weg für eine Umsetzung des Friedensabkommens vom 24. November zwischen der Regierung und der Farc frei. Ein erstes Friedensabkommen war in einem Volksentscheid am 2. Oktober gescheitert.

Die ELN hatte ebenso wie die Farc 1964 im Kampf gegen Großgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. Im Konflikt zwischen der Armee, ultrarechten Paramilitärs sowie der Farc-Guerilla und anderen linken Rebellen wurden mehr als 260.000 Menschen getötet. Mehr als 60.000 Menschen gelten als vermisst, weitere 6,9 Millionen wurden in die Flucht getrieben. (APA, AFP, 12.12.2016)

  • Regierungsunterhändler Juan Camilo Restrepo.
    foto: afp/lagaria

    Regierungsunterhändler Juan Camilo Restrepo.

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