Monte dei Paschi gibt Suche nach Privatinvestoren noch nicht auf

11. Dezember 2016, 20:00
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Private Kapitalerhöhung bis Jahresende noch nicht vom Tisch

Siena – Die angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena hat am Wochenende weiter nach Wegen gesucht, bis zum Jahresende am Markt rund fünf Milliarden Euro privater Investoren einzusammeln. Zuvor war bekanntgeworden, dass es die Europäische Zentralbank (EZB) wohl ablehnt, die Frist dafür bis zum 20. Jänner 2017 zu verlängern.

Aus der Umgebung des Vorstandes der italienischen Bank verlautete am Sonntag, der Plan für eine private Kapitalerhöhung bis Jahresende sei noch nicht vom Tisch. So sei der Staatsfonds von Katar bereit, in die Bank zu investieren, möglicherweise rund eine Milliarde Euro.

Angesichts der schwierigen Lage ist auch ein Eingreifen des Staates nicht ausgeschlossen. Möglich wäre eine Teilverstaatlichung. Spielraum für eine solche Lösung gibt es: Die Verordnungen der Europäischen Union lassen prinzipiell eine "vorsorgliche Rekapitalisierung" einer Bank durch den Staat zu, um eine drohende Schieflage abzuwenden.

Der deutsche Bundesbankpräsident Jens Weidmann erklärte zur Lage in Italien: "Dass sich neben den Investoren auch der Staat an einer Krisenlösung beteiligt, lässt sich wohl nie grundsätzlich ausschließen." Dies sollte aber die "seltene, klar eingegrenzte Ausnahme und nicht der Regelfall" sein, sagte Weidmann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Nach der Finanzkrise hatte man sich in Europa eigentlich darauf geeinigt, dass Eigentümer und Gläubiger für Verluste von Banken haften und nicht mehr die Steuerzahler. Bei Monte dei Paschi wären davon allerdings auch Zehntausende Kleinanleger betroffen, was die Sache politisch brisant macht. (APA/Reuters, 11.12.2016)

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