St. Pölten bezwingt harmlose Austria

11. Dezember 2016, 18:36
178 Postings

Drei Tage nach der EL-Niederlage setzte es beim Bundesliga-Aufsteiger den nächsten Dämpfer für die Violetten

St. Pölten – Die Wiener Austria hat das zweite Spiel in Folge verloren. Drei Tage nach der Europa-League-Niederlage gegen Viktoria Pilsen unterlagen die Veilchen am Sonntag in der Fußball-Bundesliga beim SKN St. Pölten mit 1:2 (0:0). Durch den Sieg gab St. Pölten die Rote Laterne wieder an Mattersburg ab, die Austria ist Vierter.

Daniel Schütz (48.) und der eingewechselte Alhassane Keita (89.) hatten die Hausherren bis zum Ablauf der regulären Spielzeit 2:0 in Führung geschossen. Nach einem Foul von Michael Huber im Strafraum bekam die Austria in der Nachspielzeit noch einen Elfmeter zugesprochen, den Raphael Holzhauser (93.) sicher verwandelte.

Austria mit viel Schwung

Die erste Hälfte gehörte klar den Gästen, die mit fünf Neuen im Vergleich zum Europa-League-Spiel in Pilsen begannen. Die Wiener waren in allen Belangen überlegen, kamen aber nicht häufig genug zum Abschluss. Holzhauser mit Distanzschüssen (3., 37.) und Alexander Grünwald (7.) per Direktabnahme hatten die besten Gelegenheiten. St. Pölten fand bis auf einen unplatzierten Ambichl-Schuss (17.) offensiv praktisch nicht statt.

Nicht viel Zeit war nach dem Wiederanpfiff vergangen, als die violette Defensive die Niederösterreicher zur Führung einlud. Petar Filipovic schoss Thomas Salamon an, Michael Ambichl trug den Ball unbedrängt nach vorne und fand in der Mitte Schütz, der Osman Hadzikic aus zehn Metern mit einem flachen Schuss überwand.

St. Pölten selbstsicher

Mit der Führung im Rücken wirkte St. Pölten selbstsicherer und traute sich mehr zu, entwickelte so auch mehr Gefahr im Spiel nach vorne. Die Austria wurde durch Ismail Tajouri (54.) bei Torhüter Thomas Vollnhofer vorstellig. Trainer Thorsten Fink wechselte in der 61. Minute Lucas Venuto und Olarenwaju Kayode ein, doch auch diese Maßnahme vermochte dem Spiel seiner Mannschaft nicht die nötigen Impulse zu geben. Typisch für die Austria: Grünwald (70.) probierte es wie schon einige Kollegen davor aus der Ferne.

Eher zufällig kam Kayode in der 75. Minute im Strafraum an den Ball, der Nigerianer scheiterte aber an Vollnhofer, der auch gegen Grünwald (78.) erneut zur Stelle war. Auf der Gegenseite traf Keita (82.) den Ball nicht voll. Daniel Segovia kam im Strafraum zu Fall, der Elfmeterpfiff blieb aus.

Turbulent wurde die Schlussphase: Zunächst ließ Kapitän Grünwald die große Chance auf den Ausgleich verstreichen, im Gegenzug stellte Keita nach einem Assist des nach monatelanger Verletzungspause wieder fitten Christopher Drazan aus nächster Nähe auf 2:0. Holzhauser sorgte knapp drei Minuten später für das Endergebnis. (APA, 11.12.2016)

Bundesliga, 19. Runde, Sonntag

SKN St. Pölten – FK Austria Wien 2:1 (0:0)
NV-Arena, 2.400 Zuschauer, SR Muckenhammer

Torfolge:
1:0 (48.) Schütz
2:0 (89.) Keita
2:1 (90.+3) Holzhauser (Elfmeter)

St. Pölten: Vollnhofer – Stec, Huber, Petrovic, Pirvulescu – Perchtold (90.+1 Mader) – Brandl (66. Drazan), Ambichl, Thürauer (75. Keita), Schütz – Segovia

Austria: Hadzikic – Larsen, Rotpuller (61. Venuto), Filipovic, Salamon (86. Kvasina) – Windbichler, Holzhauser – Tajouri, Grünwald, Pires (61. Kayode) – Friesenbichler

Rote Karte: Huber (90.+2)

Gelbe Karten: Brandl, Huber, Perchtold, Ambichl bzw. Salamon

Jochen Fallmann (St. Pölten-Trainer): "Wir sind ganz gut gestartet, haben aber nach zehn Minuten Probleme bekommen. Da war die Austria überlegen. Wir sind besser aus der Kabine gekommen, nach dem Tor waren wir gut im Spiel. Aufgrund der zweiten Hälfte war es ein verdienter Sieg."

Daniel Schütz (St. Pölten-Mittelfeldspieler): "In der zweiten Hälfte wollten wir uns nach vorne mehr zutrauen, das hat auch funktioniert. Der Sieg ist eine große Erleichterung, war sehr wichtig für den Kopf. Wir müssen uns nach vorne orientieren und nicht auf Mattersburg schauen."

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "Ich wusste, dass es heute ein schwieriges Spiel wird. Wir hätten in der ersten Hälfte in Führung gehen müssen. Ich hatte in der ersten Hälfte nie das Gefühl, dass wir in Rückstand geraten können. Wir müssen gegen den Tabellenletzten gewinnen, das haben wir nicht geschafft, da sind wir natürlich enttäuscht."

  • Motto des Spiels in St. Pölten: Wer die Tore nicht schießt, bekommt sie.
    foto: apa/hans punz

    Motto des Spiels in St. Pölten: Wer die Tore nicht schießt, bekommt sie.

Share if you care.