Salzburg siegt im Spitzenkrampf

11. Dezember 2016, 18:25
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Berisha trifft in einem von Kampf und Taktik geprägten Match in Graz zum 1:0 – Meister nach Ausschluss Upamecanos in Unterzahl

Graz – Mit einem 1:0 (0:0) in einem kampfbetonten Schlager bei Sturm Graz hat Meister Salzburg die Steirer am Sonntag von der Tabellenspitze der Bundesliga gestoßen und selbst ein Ausrufezeichen im Titelkampf gesetzt. Die Bullen, die trotz Unterzahl ab der 70. Minute dank eines Treffers von Valon Berisha (64.) siegten, liegen als neuer Zweiter nur zwei Zähler hinter Leader Altach.

Der Schlager blieb vor 10.600 Zuschauern spielerisch vieles schuldig, immerhin brachte die zweite Hälfte etwas mehr Torszenen. Sturm konnte auch nach der roten Karte für Dayot Upamecano nicht zusetzen, musste die dritte Heimniederlage in Folge hinnehmen und ist jetzt einen Punkt hinter Salzburg Dritter.

Trainer Franco Foda nahm nach zum 4:0 beim WAC drei Änderungen vor. Der wieder fitte Deni Alar rückte ebenso in die Startelf wie Innenverteidiger Christian Schulz und Mittelfeldmann Philipp Huspek. Bei Salzburg brachte der mit einer ebenso langen wie stark besetzten Bank gesegnete Coach Oscar Garcia drei Tage nach dem 2:0 über Schalke in der Europa League gleich sieben Neue. Wieder dabei war der 19-jährige Xaver Schlager, der gegen Schalke getroffen hatte.

Die Partie wurde ebenso leidenschaftlich wie hektisch geführt, echte Einschussmöglichkeiten eröffneten sich den Teams vor der Pause keine, das lag auch an einer auf beiden Seiten unterirdischen Passquote – fast immer war schon vor dem Strafraum des Gegners Schluss. Ihre Energie brachten die Spieler dafür umso intensiver in die teilweise harten Zweikämpfe ein. Die Relevanz des Anlasses, sowie taktische Zwänge schienen zu hemmen. Schiedsrichter Dominik Ouschan sah sich genötigt, mehrmals auch verbal einzugreifen.

Ein Außenrist für ein Halleluja

Umso willkommener darum die Riesenchance von Hee-chan Hwang nach der Pause, der im Rutschen den Stanglpass von Berisha knapp am Tor vorbeisetzte (47.). Salzburg, das seine Pressingqualitäten an diesem Tag nicht richtig zur Geltung bringen konnte, war schließlich näher an der Führung dran. Erst setzte Konrad Laimer noch einen Köpfler nach Eckball knapp neben die Stange (60.), schließlich war aber Berisha mit etwas Ballglück und danach elegantem Außenristschuss aus spitzem Winkel mit dem 1:0 zur Stelle.

Sturm machte sich nun vorne wieder bemerkbar, zudem brachte Foda mit Philipp Zulechner einen weitere Offensivkraft. Salzburg-Goalie Alexander Walke vereitelte aber eine Doppelchance von Alar und Huspek (66.). Nach der roten Karte für das 18-jährige Defensivtalent Upamecano, der den aufs Tor zulaufenden Bright Edomwonyi vor dem Strafraum im Zweikampf zu Fall brachte, war Sturm ab der 70. Minute in Überzahl. Viel machten die Grazer daraus aber nicht, es blieb beim 0:1. (APA, red, 11.12.2016)

Bundesliga, 19. Runde, Sonntag

Sturm Graz – Red Bull Salzburg 0:1 (0:0)
Merkur-Arena, 10.600 Zuschauer, SR Ouschan

Tor: 0:1 (64.) Berisha

Sturm: Gratzei – Koch, Spendlhofer, Schulz, Lykogiannis – Jeggo (68. Zulechner), Matic – Huspek (85. Dobras), Alar (68. Schmerböck), Hierländer – Edomwonyi

Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Upamecano, Ulmer – Schlager (72. Wisdom), Laimer, Samassekou, Berisha – Hwang (86. Schwegler), Lazaro

Rote Karte: Upamecano (70./Notbremse)

Gelbe Karten: Matic, Jeggo bzw. Laimer, Lainer, Berisha

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Es waren zwei Mannschaften auf Augenhöhe und ein Spiel, das durch Kleinigkeiten entschieden wurde. Die Mannschaft hat ein gutes Spiel abgeliefert, hätte in Überzahl aber geduldiger über die Außen spielen müssen. Die Mannschaft hat 90 Minuten lang alles gegeben."

Lukas Spendlhofer (Sturm-Verteidiger): (Sturm-Verteidiger): "Ich habe selten in der österreichischen Bundesliga so ein intensives Spiel erlebt. In der ersten Viertelstunde nach der Pause haben wir zu viele Chancen zugelassen. Salzburg hat eine eiskalt genutzt. Es ist bitter, so ein enges Spiel zu verlieren."

Oscar Garcia (Salzburg-Trainer): "Wir haben gut verteidigt, wenige Chancen zugelassen. Es war physisch ein sehr intensives Spiel. Wir wussten aber auch, dass Sturm eine physisch starke Mannschaft ist. Es ist nicht leicht, hier zu gewinnen. Wir haben zuletzt sehr viele Spiele bestritten. Es ist schwierig, ohne unsere besten Offensivspieler auszukommen."

Alexander Walke (Salzburg-Tormann): "Es war das erwartet schwere Spiel. Die Rote Karte war eine sehr harte Entscheidung, wir haben das Spiel aber mit zehn Mann gut über die Zeit gebracht."

  • In Graz wurde vor allem in Halbzeit eins mehr gestritten als gekickt.
    foto: apa/scheriau

    In Graz wurde vor allem in Halbzeit eins mehr gestritten als gekickt.

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