Rapid müht sich gegen zehn

11. Dezember 2016, 16:00
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Zweiter Sieg unter Trainer Canadi nach dürftiger Leistung, Entscheidung zugunsten der Hütteldorfer erst nach Ausschluss und Elfmeter

Wien – Rapid hat in der Bundesliga zum zweiten Mal unter dem neuen Trainer Damir Canadi gewinnen können. Gegen Ried verwandelten die Wiener am Sonntag einen frühen Rückstand durch Dieter Elsneg (4.) dank Mario Sonnleitner (26.) und Giorgi Kvilitaia (77., 81./Elfer) noch in einen 3:1-Heimerfolg.

Spielerisch ist allerdings weiter viel Luft nach oben. Erneut konnte Rapid seine Überlegenheitnicht in Chancen ummünzen und fixierte den Sieg erst in der Schlussphase – daa waren die Rieder nach Gelb-Rot für Peter Zulj (66.) nur noch zu Zehnt.

Canadi hatte nach dem 1:1 gegen Bilbao wieder ordentlich durchgemischt, sieben Umstellungen vorgenommen. Nur Christopher Dibon und die defensive Dreierkette Maximilian Hofmann, Mario Sonnleitner und Maximilian Wöber blieben unverändert. Im offensiven Mittelfeld wurden Arnor Ingvi Traustason, Ivan Mocinic, Louis Schaub und Thomas Murg aufgeboten, die Doppelspitze bildeten Kvilitaia und Joelinton.

Rapid überlegen, aber chancenlos

Schon in der vierten Minute nutzte Ried die Indisponiertheit im Strafraum Rapids, nach mehreren Stationen kam der Ball zu Elseng, der aus wenigen Metern einschoss. Rapid brauchte rund eine Viertelstunde, ehe sich Kvilitaia mit einer guten Kopfballchance im Rieder Strafraum vorstellte (13.). Die Hausherren waren überlegen, fanden spielerisch aber keine Lösungen. Und so musste in der 25. Minute ein Standard herhalten: Nach einem Corner von Traustason wuchtete Sonnleitner einen Kopfball zum Ausgleich ins Netz. Der Rettungsversuch von Thomas Reifeltshammer ging nicht ganz auf.

Trotz der Führung fehlte Rapid nach wie vor der Zug zum Tor. Die beste Aktion schloss Traustason kurz vor der Pause mit einem Schuss aus spitzem Winkel ab, den Ried-Goalie Thomas Gebauer jedoch entschärfen konnte (43.). Kurz darauf verletzte sich der Isländer bei einem Zusammenstoß mit Prada und wurde in der zweiten Halbzeit durch Manuel Thurnwald ersetzt.

Gelb-Rot und zweimal Kvilitaia

Am Grundcharakter der Partie änderte sich auch in dieser nichts. Ried-Trainer Christian Benbennek wollte dem Offensivspiel seiner Truppe mit dem frühen Austausch des Flügelpersonals (Zulj und Clemens Walch kamen für Stefan Nutz und Patrick Möschl) neues Leben einhauchen, erreichte damit aber ungewollt das Gegenteil. Zulj kassierte schon in der 66. Minute die zweite Gelbe Karte wegen einer angeblichen Schwalbe. Eine falsche Entscheidung von Schiedsrichter Rene Eisner.

Rapid nutzte die Gelegenheit. In der 77. Minute staubte Kvilitaia nach einer Vorlage Thurnwalds zur die Führung ab. Nach einem wenig intelligenten Rempler von Marcel Ziegl gegen Joelinton verwandelte der Gegorgier den fälligen Elfermeter glücklich aber doch zur Entscheidung (81.). (APA, red, 11.12. 2016)

Bundesliga (19. Runde):

Rapid Wien – SV Ried 3:1 (1:1)
Allianz-Stadion, 15.700 Zuschauer, SR Eisner

Torfolge:
0:1 (4.) Elsneg
1:1 (26.) Sonnleitner
2:1 (77.) Kvilitaia
3:1 (81.) Kvilitaia (Elfmeter)

Rapid: Strebinger – M. Hofmann, Sonnleitner, Wöber – Dibon (70. Grahovac) – Traustason (46. Thurnwald), Mocinic (46. Szanto), Schaub, Murg – Joelinton, Kvilitaia

Ried: Gebauer – Bergmann, Reifeltshammer, Özdemir, Prada – Ziegl, Brandner – S. Nutz (55. P. Zulj), Elsneg, Möschl (54. Walch) – T. Fröschl (79. Ademi)

Gelb-rote Karte: P. Zulj (66./Unsportlichkeit)

Gelbe Karten: Mocinic bzw. Brandner, Özdemir

Damir Canadi (Rapid-Trainer): "Die Mannschaft war aber über 90 Minuten geduldig, hat auf die Chancen gewartet. Dafür muss ich der Mannschaft ein Lob aussprechen. Nach der Pause haben wir einige Dinge verändert, Joelinton dann neben Kvilitaia mehr in die Box gebracht. Wir haben bis auf das Tor nichts zugelassen in der Defensive und uns vorne fünf, sechs hochkarätige Chancen herausgearbeitet. Das ist nicht einfach gegen einen tiefstehenden Gegner."

Christian Benbennek (Ried-Trainer): "Wir sind sehr gut in die Partie gekommen, mit dem ersten Torschuss in Führung gegangen und auch sehr gut gestanden und haben nicht so viel zugelassen. Der Knackpunkt war schon der Ausschluss von Peter Zulj. Wir brauchen nicht darüber reden, jeder hat es gesehen, außer der Schiedsrichter, der weiter darauf besteht, dass es eine Schwalbe war."

  • Rieds Peter Zulj musste nach einer angeblichen Schwalbe mit Gelb-Rot vom Feld, auf dem über weite Strecken nicht viel Bemerkenswertes zu sehen war.
    foto: apa/hochmuth

    Rieds Peter Zulj musste nach einer angeblichen Schwalbe mit Gelb-Rot vom Feld, auf dem über weite Strecken nicht viel Bemerkenswertes zu sehen war.

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