Lettisches Skeleton-Team boykottiert WM in Sotschi

11. Dezember 2016, 15:06
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"Genug ist genug"

Riga – Angesichts der massiven Dopingvorwürfe gegen Russland will Lettland die Skeleton-Weltmeisterschaften 2017 in Sotschi boykottieren. "Genug ist genug", teilte das lettische Skeleton-Team am Sonntag mit Blick auf den zweiten McLaren-Bericht über systematisches Staatsdoping mit. Bei der diesjährigen WM Innsbruck-Igls waren die Letten im Medaillenspiegel Zweiter hinter Deutschland geworden.

Während sich der internationale Bob- und Skeleton-Verband (IBSF) noch mit dem jüngsten Bericht vertraut machen wolle, fühle die Mannschaft um Martins Dukurs (4 WM- und 7 EM-Titel), dass noch mehr getan werden könne. Daher werde das Team nicht an den Titelkämpfen vom 24. bis 26. Februar 2017 teilnehmen. "An einem Ort, wo 2014 der olympische Geist gestohlen wurde." Auch die US-Athleten ziehen einen Boykott der Wettbewerbe in Erwägung

Nach Ermittlungen der Welt-Anti-Doping-Agentur sollen mehr als 1.000 russische Sportler zwischen 2011 und 2015 Teil einer groß angelegten staatlichen Dopingpolitik gewesen sein. Einem Bericht der "New York Times" zufolge befand sich darunter auch Skeleton-Olympiasieger Alexander Tretjakow.

Zu den zahlreichen Verdächtigen gehört des weiteren Bob-Olympiasieger Alexander Subkow, der im vergangenen Juni trotzdem zum Präsidenten des russischen Bob- und Skeleton-Verbandes gewählt wurde. Russland weist alle Vorwürfe vehement zurück. (APA, 11.12. 2016)


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