Rebellen im syrischen Aleppo weiter zurückgedrängt

11. Dezember 2016, 13:44
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Jabha Shamiya-Vertreter: Kontrollieren nur noch kleines Gebiet – Zehntausende auf der Flucht

Beirut/Aleppo – Nach monatelangen Kämpfen um Aleppo haben die Truppen des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad die Rebellen in der früheren Handelsmetropole weitgehend zurückgedrängt. Die Aufständischen kontrollierten nur noch ein kleines Gebiet im Ostteil der Stadt, sagte ein Sprecher der Rebellengruppe Jabha Shamiya am Sonntag von der Türkei aus zur Lage in Aleppo.

Das Gebiet, in dem sich viele Zivilisten aufhielten, liege unter starkem Beschuss syrischer Regierungstruppen. Die Kämpfe in Aleppo würden "tragisch" enden, wenn es keine Intervention von außen gebe, sagte der Vertreter von Jabha Shhamiya mit Blick auf Gespräche der USA und Russlands in Genf und Paris. Zu den Rebellen sei von den Gesprächen aber nichts durchgedrungen. Ihnen bleibe nur der Tod oder die Kapitulation.

US-Außenminister John Kerry hatte Syrien und Russland aufgefordert, angesichts ihrer jetzigen Übermacht "Gnade" zu zeigen. Es gehe darum, Menschenleben zu retten. Die USA und Russland haben etwa über eine Feuerpause verhandelt, damit Zivilisten den belagerten Osten Aleppos verlassen können.

Nach russischen Angaben vom Samstag kontrollieren die syrischen Truppen 93 Prozent von Aleppo. Die Rebellen haben in den vergangenen zwei Wochen fast drei Viertel des bis dahin von ihnen kontrollierten Gebietes verloren. Die Schiitenmiliz Hisbollah, die neben Russland und Iran einer der wichtigsten Verbündeten Assads ist, erklärte, ein Sieg in Aleppo stehe unmittelbar bevor.

Aus dem Ostteil brachten sich nach russischen Angaben über 20.000 Zivilisten in Sicherheit. Zudem hätten über 1.200 Rebellen ihre Waffen niedergelegt, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte alleine in der Nacht auf Sonntag seien 10.000 Zivilisten in die von Regierungstruppen kontrollierten Viertel geflohen.

Auch wenn Assad die Rückeroberung Aleppos gelingen sollte, würde dies kein Ende des Krieges bedeuten. Der Kampf gegen den IS im Norden und Osten des Landes ginge weiter. Die USA kündigten an, sie würden 200 zusätzliche Militärs entsenden, um den Druck auf die IS-Hochburg in Raqqa zu erhöhen. In Syrien sind bereits 300 Angehörige von US-Spezialeinheiten im Einsatz. (APA, 11.12.2016)

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