Mindestens 25 Tote bei Anschlag auf koptische Kirche in Kairo

11. Dezember 2016, 12:46
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Bisher hat sich niemand zu der Tat bekannt

Kairo – Ägyptens Hauptstadt Kairo ist von einem der schwersten Anschläge ihrer Geschichte erschüttert worden. In der koptischen Kirche Sankt Peter und Paul starben mindestens 25 Menschen, weitere 49 wurden verletzt, teilte Gesundheitsminister Ahmed Emad al-Din am Sonntag mit. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Die Kirche steht in unmittelbarer Nähe der Sankt-Markus-Kathedrale, dem Amtssitz des koptischen Papstes Tawadros II. Die koptische Kirche gehört zu den orthodoxen Kirchen im Orient, die sich im 5. Jahrhundert von der römischen Kirche abgespalten haben.

Sprengsatz in Kirche geworfen

Sicherheitskreise berichteten, dass ein Sprengsatz wahrscheinlich in die Kirche geworfen worden sei. Am Sonntag wurde dort eine Messe gefeiert. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt und von einer Vielzahl von Sicherheitskräften gesichert. Ein dpa-Reporter berichtete von einer aufgebrachten Gruppe von etwa 50 Menschen, die den Rücktritt von Innenminister Magdi Abdel Ghaffar forderten. Andere Passanten stellten sich an, um Blut für die Verletzten zu spenden.

Sisi spricht von abscheulichem Terrorakt

Präsident Abdel Fattah al-Sisi sprach von einem abscheulichen Terrorakt, der sich gegen Christen wie Muslime gerichtet habe. Zugleich kündigte er eine dreitägige Staatstrauer an. Ägypten werde gestärkt und geeinter aus der Situation hervorgehen.

Schätzungen zufolge sind etwa zehn Prozent der mehr als 90 Millionen Ägypter christliche Kopten. Das Zusammenleben mit der muslimischen Mehrheit verläuft größtenteils friedlich, es gibt aber auch Spannungen, vor allem in der mittelägyptischen Provinzhauptstadt Al-Minja.

Erst am Freitag waren sechs Polizisten bei einem Anschlag in Kairo getötet worden. Die Regierung macht für derartige Attentate in der Regel die islamistischen Muslimbrüder verantwortlich, die seit dem Sturz von Präsident Mohammed Morsi 2013 verboten sind. Morsi war vor seiner Amtsübernahme einflussreiches Mitglied der Muslimbrüder. (APA, red, 11.12.2016)

  • Sicherheitskräfte bewachen die Explosionsstelle.
    foto: reuters/mohamed abd el ghany

    Sicherheitskräfte bewachen die Explosionsstelle.

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