Mattersburg vorübergehend nicht mehr Letzer

10. Dezember 2016, 20:48
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Die Burgenländer bezwingen die Admira 2:0 und bleiben erstmals ohne Gegentreffer – Baumeister bestätigt Altacher Interesse an Trainer Lederer

Mattersburg – Ein Gerücht macht die Runde. Es besagt, dass Oliver Lederer, Trainer bei Admira Wacker, Damir Canadi bei Altach nachfolgen soll. Anlässlich des samstäglichen Bundesliga-Gastspiels der Niederösterreicher in Mattersburg, hielt sich Georg Zellhofer, der Sportdirektor der Vorarlberger, vorbildlich an die branchenüblichen Verhaltensmaßregeln. Er wolle, so Zellhofer geheimniskrämernd auf Nachfrage der Kollegen von Sky Sport Austria, zu dieser Sache nichts sagen. "Wasserstandsmeldungen" (Worüber denn eigentlich genau?) verweigerte er.

Auftritt Ernst Baumeister, Zellhofers Pendant bei der Admira. Jawohl, "der Schurl" habe um Erlaubnis angesucht, mit Lederer sprechen zu dürfen. Und, so Baumeister weiter, da er weder Vater noch Vormund der beiden volljährigen Herren sei, habe er dieser Bitte stattgegeben. Er wisse zwar nicht, worüber man sich im Detail ausgetauscht habe, sollte es jedoch tatsächlich um einen Wechsel des Übungsleiters gegangen sein, so glaube er, Baumeister, nicht, dass es eine Freigabe für Lederer (Vertrag bis 2018) geben werde.

Und außerdem, so frug der 59-Jährige: "Was soll denn Altach haben, das wir nicht haben?" In wohlgelaunter Leutseligkeit gab Baumeister dann noch bekannt, dass Lederer in Vorarlberg ja ohnehin nur einer von drei, vier Kandidaten sei – und versenkte damit die Vertraulichkeitsmission des Amtskollegen Zellhofer endgültig. Eine ganz herrliche Sache.

Die Partie im Pappelstadion dürfte die Laune Baumeisters dann aber gehörig gedämpft haben, denn seine Admiraner gaben eine recht mittelmäßige Vorstellung, unterlagen dem SVM mit 0:2 (0:1) und blieben dabei weitestgehend harmlos. Die Burgenländer wiederum kamen im 19. Saisonmatch zum dritten Sieg und verlassen damit nach längerer Zeit den letzten Tabellenplatz. Punktgleich, aber mit dem weniger schlechten Torverhältnis ausgestattet, schob sich das Team von Ivica Vastic auf Rang neun vor den SKN St. Pölten, der am Sonntag die Austria emfängt.

1.900 Seelen wurden einer Partie ansichtig, in der Mattersburg zum ersten Mal in dieser Saison kein Gegentor hinnehmen musste. Die Burgenländer zeigten ihre üblichen Tugenden, die da heißen: Mannschaftsgeist und Kampfkraft. An diesem Abend waren diese für den Erfolg genug. Der Spanier Fran sorgte in der 24. Minute mit einem Schuss ins lange Eck für den Führungstreffer, der zu diesem Zeitpunkt nicht gerade dem Spielverlauf entsprach. Die Südstädter kontrollierten nämlich das Geschehen und hatten in der 43. Minute Pech: ein Kopfball von Maximilian Sax endete an der Stange. Einen frühen Weitschuss von Christoph Knasmüllner hatte SVM-Keeper Markus Kuster entschärft (14.).

Situationskomik

Kurz nach Seitenwechsel legte Florian Templ nach. Das 2:0 war kurios, zählte aber trotzdem: Fabio Strauss war mit Andreas Leitner kollidiert, seinem eigenen Goalie, der zu diesem Zeitpunkt den Ball bereits arretiert hatte. So aber fand Templ die Kugel plötzlich vogelfrei vor sich liegen und ließ sich nicht lange bitten (48.). Die Admira zeigte sich danach weiter bemüht, hatte mehr vom Spiel und kam auch zur ein oder anderen Chance. Mehr aber auch nicht, was sich als zu wenig erwies. Mattersburg schluckte diesmal nicht, wie schon mehrfach in diesem Herbst geschehen, späte und umso bitterere Pillen. Patrick Farkas (69.) und Templ (72.) waren kamen im Gegenteil einem dritten eigenen Treffer recht nahe.

Die Admira verbleibt nach der zweiten Niederlage hintereinander auf dem siebenten Tabellenplatz und tritt somit quasi auf der Stelle. Der Vorsprung auf das Tabellenende beträgt aber noch beruhigende acht Punkte. (Michael Robausch, 10.12. 2016)

Bundesliga (19. Runde):

SV Mattersburg – FC Admira Wacker Mödling 2:0 (1:0). Mattersburg, Pappelstadion, 1.900, SR Grobelnik.

Tore: 1:0 (24.) Fran, 2:0 (48.) Templ

Mattersburg: Kuster – Höller, Malic, Rath, Maksimenko (46. Jano) – Röcher (63. Farkas), Novak, Erhardt, Fran (77. Ibser) – Templ, Bürger

Admira: Leitner – Zwierschitz, Strauss, Wostry, Posch (76. Schmidt) – Lackner (61. Bajrami), Toth (53. Starkl), Ebner – Sax, Monschein, Knasmüllner

Gelbe Karten: Röcher bzw. Monschein

Ivica Vastic (Mattersburg-Trainer): "Wir haben heute mehr zugelassen, als mir lieb war. Die Admira war heute die spielerisch bessere Mannschaft. Wir haben aus unseren Möglichkeiten das Beste gemacht. Das Glück war heute auf unserer Seite, plus unsere Leidenschaft. Wir hatten aber auch einige Möglichkeiten für ein weiteres Tor in der zweiten Halbzeit. Es war heute ein Arbeitssieg. Unser Konzept war heute, mit langen Bällen nach vorne zu spielen, das haben wir gut umgesetzt."

Oliver Lederer (Admira-Trainer): "Mattersburg hat heute sehr viel Leidenschaft gezeigt. Sie waren sehr effizient. Sie hatten einen agilen Bürger, der hat uns vor Probleme gestellt. Wir haben heute ein kurioses Gegentor bekommen, trotzdem hatten wir einige Konter und hätten gewinnen können. Das war ein Sieg der Leidenschaft – schade, dass es auf unsere Kosten war. Wir waren die klar bessere Mannschaft."

Nedeljko Malic (Mattersburg-Verteidiger): "Es war ein großer Befreiungsschlag. Die Admira hatte heute mehr Spielanteile. Wir haben es heute mit hohen Bällen versucht, dadurch sind auch die beiden Tore entstanden. Wir haben heute endlich ein bisschen Glück gehabt. Die Admira hat heute auch gut gespielt. Es war ein wichtiger Arbeitssieg."

  • Florian Templ konnte bei seinem 2:0 für Mattersburg zwar nicht viel dafür, freute sich aber ganz zu recht trotzdem.
    foto: apa/hochmuth

    Florian Templ konnte bei seinem 2:0 für Mattersburg zwar nicht viel dafür, freute sich aber ganz zu recht trotzdem.

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