Notverordnung zur MPS-Rettung nimmt Formen an

10. Dezember 2016, 11:28
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Aufsichtsrat von Monte dei Paschi berät am Sonntag über Vorgehensweise

Rom/Siena – Die Notverordnung Italiens zur Rettung der Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) nimmt konkrete Formen an. Der italienische Staat, der bereits eine vierprozentige Beteiligung an der ältesten Bank der Welt hält, soll mit bis zu vier Milliarden Euro die Kapitalerhöhung garantieren, die MPS im Rahmen ihres Rettungsplans angekündigt hat.

Sollte die staatliche Garantie nicht genügen, um Investoren zur Beteiligung an der Kapitalerhöhung zu bewegen, müsste es zu einem direkten Staatseingriff zur Rettung der Bank kommen, um das "Bail-in" abzuwenden, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" am Samstag.

Der Aufsichtsrat von MPS tagt am Sonntag, um über die Vorgehensweise zu diskutieren. Die Lage ist für die Bank problematisch, weil die Europäische Zentralbank (EZB) es abgelehnt hat, Monte dei Paschi mehr Zeit für die Suche nach frischem Geld zu geben. Erschwert wird die Situation durch den Rücktritt von Ministerpräsident Matteo Renzi, der seit Mittwoch nur noch geschäftsführend im Amt ist.

Monte dei Paschi hatte 2014 beim europäischen Banken-Stresstest und auch beim Gesundheitscheck in diesem Sommer am schlechtesten abgeschnitten. Um die Kapitallücke zu schließen, plant die älteste Bank der Welt eine Kapitalaufstockung von fünf Milliarden Euro. Das Geldhaus aus der Toskana ist aktuell auf der Suche nach Anker-Investoren, die einen großen Teil der Kapitalerhöhung zeichnen sollen.

Zu den Interessenten zählt angeblich der Staatsfonds von Katar QIA. Eine Milliarde Euro wollte der Fonds für den Einstieg bei Monte dei Paschi im Rahmen der Kapitalerhöhung ausgeben. Nach dem Rücktritt Renzis, der als Garant der Operation betrachtet wurde, gilt jetzt der Einstieg des Staatsfonds in das Geldhaus als fraglich.

Die Krise könnte auch dem Branchenprimus, der Bank-Austria-Mutter UniCredit, zu schaffen machen, der ebenfalls auf der Suche nach neuen Geldgebern ist. Die Mailänder Großbank stellt am kommenden Dienstag einen Entwicklungsplan vor, der Medienangaben zufolge eine Kapitalerhöhung von 13 Milliarden Euro beinhalten sollte.

(Schluss) mit/fre/ar

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