Neos-Lab würde gern mit anderen Parteien kooperieren

10. Dezember 2016, 10:48
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Ära der klassischen Parteiakademien für Leiter Lentsch vorüber

Wien – Das Neos-Lab, die Parteiakademie der Neos, sucht den Kontakt zu anderen Fraktionen. Im Gespräch mit der APA wünschte sich Leiter Josef Lentsch mehr Kooperation mit den politischen Mitbewerbern. Allgemein sieht er die Ära der klassischen "Kaderschmieden" zu Ende gegangen. Unterscheidungsmerkmal des Neos-Lab zur Konkurrenz sei die Transparenz in der Arbeit sowie in der Finanzierung.

Als "offenes Labor" versteht sich das Neos-Lab, das nach dem Einzug der Pinken ins Parlament gegründet wurde. Neun Mitarbeiter sind in den Büros in der Wiener Neubaugasse beschäftigt, 1,1 Millionen Euro Akademieförderung stehen zur Verfügung. Die transparente Architektur mit viel Glas solle auch Mitglieder und "Freunde" zum informellen Austausch einladen. Transparent seien auch die Finanzen, die auf der Website offengelegt sind, betont Lentsch. Nach außen bedient man exzessiv Social-Media-Kanäle.

In den Fokus der Öffentlichkeit ist das Neos-Lab jüngst durch die Präsidentschaftswahl gerückt. In einem Hearing wurde der von den Grünen unterstützte Kandidat Alexander Van der Bellen von den Neos-Anhängern auf Inhalte geprüft – ebenso wie vor dem ersten Wahlgang Irmgard Griss. Dass man den ebenfalls antretenden Freiheitlichen Norbert Hofer nicht eingeladen hatte, ist für Lentsch kein Problem. "Wir sind da frei, wir müssen uns da nicht rechtfertigen", steht er zur Auswahl. Als Neos vertrete man eine klare Position.

Schade findet Lentsch, dass andere Parteiakademien eher abgeschottet und wenig transparent arbeiteten. "Das passiert ja aus gutem Grund", meint Lentsch, SPÖ und ÖVP würden zudem viel Geld in die Infrastruktur stecken. "Es würde mich freuen, mit allen zu arbeiten", lautet hingegen der Wunsch von Seiten der Neos. Etwa bei parteiübergreifenden Veranstaltungen der jeweiligen Akademien. Grundsätzlich wünscht sich Lentsch mehr Aufmerksamkeit, denn: "Ich glaube wirklich, dass die Akademien ein unterbelichtetes Feld sind." (APA, 10.12.2016)

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