Lena Kreundl Sechste im 100-m-Lagen-WM-Finale

10. Dezember 2016, 10:25
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Oberösterreicherin zeigte im kanadischen Windsor mit nationaler Rekordzeit auf – Fünftes Gold für Ungarin Hosszu

Windsor (Kanada) – Österreichs Schwimmsport hat am Freitag (Ortszeit) bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Windsor in Kanada ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Lena Kreundl belegte im Finale über 100 m Lagen in nationaler Rekordzeit von 59,67 Sekunden Rang sechs und feierte damit ihren bisher größten Erfolg. Die Goldmedaille ging in 57,24 erwartungsgemäß an die Ungarin Katinka Hosszu.

"Ich kann noch gar nicht fassen, was mir da gelungen ist", jubelte Kreundl. "Ich bin so stolz, es ist ein so großartiges Gefühl. Finale, Platz sechs und neuer österreichischer Rekord. Um das alles zu fassen, muss ich einmal ein paar Tage vergehen lassen. Körperlich bin ich momentan voll k.o. und ausgepowert. Ich wollte hier einmal am Nachmittag schwimmen, jetzt war es zweimal. Der absolute Wahnsinn."

Kreundl stand erstmals in einem WM-Finale. Ihre davor beste WM-Platzierung war Platz elf ebenfalls über die kürzeste Lagenstrecke bei den Kurzbahn-Titelkämpfen 2014 in Doha gewesen. Mit ihren Zeiten von 59,81 (Vorlauf), 59,86 (Semifinale) und nun 59,67 zeigte die 19-Jährige Konstanz auf hohem Niveau. Es zahlte sich aus, dass sie auf ein Vorlauf-Antreten davor über 100 m Brust verzichtet hatte.

Zaisers Rekord verbessert

Dementsprechend ausgeruht ging sie es an und verbesserte die von ihrer Trainingskollegin Lisa Zaiser gehaltene OSV-Bestmarke von 59,72 um fünf Hundertstelsekunden. Es ist nicht nur der erste österreichische Rekord bei diesem Event in Ontario, sondern auch der erste Kreundls auf einer Einzelstrecke.

Das beeindruckte auch ihren Trainer Marco Wolf. "Das war richtig cool. Lena hat so hart auf diese Momente hingearbeitet und hat sich das wirklich verdient", erklärte der Coach. "Im Finale hat alles gestimmt und einige Kleinigkeiten können wir sogar noch verbessern. Lena hat sehr großes Potenzial. Ich bin stolz, dass ich ihr Trainer sein darf. Auch für mich ist es der größte Erfolg meiner Karriere."

Die Athletin von ASV Linz hatte als Semifinal-Siebente im Endlauf der Top acht eine Außenbahn zugewiesen bekommen, auf der sie zur Halbzeit des Rennens schon als Sechste in 27,59 Sekunden wendete. Diesmal zeigte sie aber mehr Stehvermögen und legte die zweiten 50 m um 25/100 Sekunden schneller zurück als am Vortag.

Zuletzt verzeichnete der österreichische Verband (OSV) 2010 in Dubai durch Markus Rogan (Silber 200 m Lagen, Bronze 200 m Rücken) und Dinko Jukic (7. 200 m Lagen) Kurzbahn-WM-Finalteilnahmen. Bei den Damen war das im April 2008 in Manchester der Fall, als Mirna Jukic über 200 m Brust Fünfte sowie über 50 und 100 m Brust Sechste geworden war.

Für den seit September als OSV-Sportdirektor fungierenden Dario Taraboi war es ein geglückter Einstand bei einem Großereignis. "Ich bin echt beeindruckt, was hier abgegangen ist. Und das alles am Anfang eines Olympia-Zyklus", sagte der Südtiroler. "Lena steht noch ganz am Anfang ihrer Karriere. Ich bin überzeugt, wir werden noch ganz tolle Momente mit ihr erleben."

Für Hosszu war es ihr schon fünftes Gold bzw. ihre sechste Medaille bei diesen Titelkämpfen, wobei die 27-Jährige danach im Halbstundentakt auch noch über 400 m Kraul auf Rang vier kam und ins Finale über 50 m Rücken einzog. Die weiteren Podestränge über 100 m Lagen gingen an die Australierin Emily Seebohm (57,97) und die Jamaikanerin Alia Atkinson (58,04). Auf Platz fünf fehlten Kreundl 67/100. (APA, 10.12.2016)

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