Ex-Kollege traut Hasenhüttl "Weltkarriere" zu

9. Dezember 2016, 15:24
171 Postings

Michael Henke war in Ingolstadt Assistent des Österreichers, der am Samstag mit Leipzig an seine ehemalige Wirkungsstätte zurückkehrt

Wien/Leipzig/Ingolstadt – Vor 228 Tagen hat Ralph Hasenhüttl seinen Abschied aus Ingolstadt angekündigt. Am Samstag (15.30 Uhr) kehrt der Österreicher nun als Tabellenführer der deutschen Fußball-Bundesliga mit RB Leipzig an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück.

Der 49-Jährige kennt sein ehemaliges Team bestens, auf Insiderwissen seines Sohnes Patrick, der in der zweiten Mannschaft der Oberbayern spielt, kann er getrost verzichten. "Wir haben nicht telefoniert, und ich habe ihn auch nicht angehalten, was in Erfahrung zu bringen", sagt Hasenhüttl. Mit Ingolstadt erlebte er seine bisher größten Erfolge: den Aufstieg in die Bundesliga und in der Vorsaison den souveränen Klassenerhalt.

Seinen Abgang nahmen ihm viele übel. "Es war sicher ein Umbruch, der nicht ganz einfach war. Unsere Philosophie lautete immer: Wenn jemand schnellere Entwicklungsschritte macht als der Verein, setzt man sich zusammen und sucht eine Lösung", sagte Hasenhüttl. Er habe seine Ziele gehabt, die er verfolgen wollte: "Und wie man sieht, war die Entscheidung nicht ganz falsch."

Ingolstadt erlebte im Herbst eine schwert Zeit, das Team steht am Tabellenende. Unter dem neuen Coach Maik Walpurgis scheint ein Schritt nach vorne gelungen. Dennoch trennen 27 Punkte sein Team von Leipzig. Dem Gegner bescheinigt Walpurgis "extreme Qualität in Pressing, Gegenpressing, Präzision und Geschwindigkeit".

Leipzig geht als klarer Favorit in die Partie, zumal der 2:1-Heimsieg gegen Schalke 04 für Hasenhüttl eine der besten Saisonleistungen darstellte. "So gegen eine Spitzenmannschaft aufzutreten, war beeindruckend. Aber uns zeichnet aus, dass wir solche Spiele nicht überbewerten, weil wir wissen, dass in Ingolstadt erneut eine konzentrierte Leistung notwendig sein wird."

Lob

Hasenhüttls ehemaliger Assistenztrainer Michael Henke traut Hasenhüttl noch viel zu. Sein Ex-Chef habe "das Zeug zur Weltkarriere", sagte der 59-Jährige. "Er hat ein überzeugendes Auftreten, ist immer gewillt, sich weiterzuentwickeln", fügte Henke hinzu. Er verglich Hasenhüttls Spielidee mit der von Jürgen Klopp, als dieser Dortmund übernommen hatte: "Es ist das Gegenpressing, es ist ein hoher läuferischer Aufwand, dafür brauchst du junge hungrige Spieler. Es geht um technische Qualität, gepaart mit Geschwindigkeit."

Lob kam auch aus dem Lager von Verfolger Bayern München. "Ich finde, Leipzig macht das gut – sie spielen ohne Druck frei auf, gewinnen, schießen viele Tore", meinte Franck Ribéry. "Für uns ist es einmal etwas anderes. Die letzten Jahre war es immer Bayern und Dortmund. Jetzt kommt da eine andere Mannschaft, steht auf Platz eins", sagte der Franzose im Interview mit "eurosport.de". "Wir haben noch drei Spiele dieses Jahr, die müssen wir gewinnen, auch gegen Leipzig. Dann sind wir wieder Erster."

Bayern: Kein Leicester in Sachsen

Bevor es am 21. Dezember im Heimspiel zum direkten Duell kommt, stehen für den Titelverteidiger noch die Partien gegen Wolfsburg und in Darmstadt an. "Wir müssen mit drei Siegen den ersten Teil der Saison beenden", forderte Trainer Carlo Ancelotti. Mit Blick auf England und Leicester City warnte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Vorwort des Bayern-Magazins: "Die englischen Klubs haben vergangene Saison den Fehler gemacht, Leicester City zu lange nicht ernst zu nehmen", mahnte er. Es gelte, dafür zu sorgen, "dass Leicester nicht plötzlich in Sachsen liegt". (sid, APA, red, 9.12.2016)

Programm deutsche Bundesliga (14. Runde):

Freitag (20.30): Frankfurt (Lindner) – Hoffenheim

Samstag: Bayern München (Alaba) – Wolfsburg, Köln (Trainer Stöger) – Dortmund, Hamburger SV (Gregoritsch) – Augsburg (Hinteregger, Teigl, Danso), Ingolstadt (Hinterseer, Suttner) – RB Leipzig (Trainer Hasenhüttl, Sabitzer, Ilsanker), Freiburg – Darmstadt (alle 15.30 Uhr), Hertha – Bremen (Junuzovic, Grillitsch, Kainz / 18.30 Uhr)

Sonntag: Mönchengladbach – Mainz (Onisiwo/15.30), Schalke (Schöpf) – Leverkusen (Dragovic, Baumgartlinger, Özcan / 17.30 Uhr)

  • Typischer Hasenhüttl nach dem Leipzig-Sieg gegen Schalke.
    foto: apa/dpa/wojtas

    Typischer Hasenhüttl nach dem Leipzig-Sieg gegen Schalke.

Share if you care.