Russland lässt deutschen Vorwurf von Cyber-Attacken von sich abperlen

9. Dezember 2016, 14:51
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Lawrow weicht Anschuldigung geplanter Wahlbeeinflussung aus

Der russische Außenminister Sergej Lawrow lässt den Vorwurf deutscher Sicherheitsbehörden an sich abprallen, sein Land versuche mit massiven Cyber-Attacken die Bundestagswahl in Deutschland im kommenden Jahr zu beeinflussen.

"Unsinn und Quatsch"

"Bundeskanzlerin Angela Merkel hat diese Vorwürfe öffentlich als Unsinn und Quatsch zurückgewiesen", sagte Lawrow am Freitag am Rande eines OSZE-Außenministertreffens in Hamburg. "Dem habe ich nichts hinzuzufügen." Auf welche Äußerungen der Kanzlerin sich Lawrow bezog, blieb unklar. Merkel hatte im November vielmehr erklärt, sie könne russische Versuche der Einflussnahme auf die Bundestagswahl durch Cyber-Attacken und Desinformationskampagnen nicht ausschließen.

Warnung des Verfassungsschutzes

Der deutsche Verfassungsschutz hatte am Donnerstag angesichts massiver russischer Cyberattacken vor der Gefahr gewarnt, dass deutsche Politiker mit den dabei erbeuteten Informationen im Bundestagswahlkampf unter Druck gesetzt werden könnten. "Die Hinweise auf Versuche einer Beeinflussung der Bundestagswahl im kommenden Jahr verdichten sich", erklärte der Präsident des Inlandsgeheimdienstes, Hans-Georg Maaßen. "Informationen, die bei Cyberattacken abfließen, könnten im Wahlkampf auftauchen, um deutsche Politiker zu diskreditieren."

Russland wird unter anderem für den Cyberangriff auf die Demokratische Partei in den USA verantwortlich gemacht. Die dabei erbeuteten E-Mails wurden später im Präsidentschaftswahlkampf auf Wikileaks veröffentlicht. (Reuters/APA, 9.12.2016)

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