ORF-Stiftungsrat Küberl für Gebührenerhöhung und gegen Länderabgabe

9. Dezember 2016, 14:27
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"Moderate Anpassung" alle paar Jahre sei gut begründbar

Wien – Franz Küberl, langjähriger Kirchenvertreter in den ORF-Gremien und derzeit von der Bundesregierung für den Stiftungsrat nominiert, verteidigt die von Generaldirektor Alexander Wrabetz angestrebte Anhebung der Programmentgelte. Er hielte es aber für besser, wenn der ORF die Gebühren alle zwei Jahre sanft erhöhen könnte statt alle fünf Jahre eine spürbar höhere Anpassung zu urgieren.

Jedenfalls werde es "alle paar Jahre eine moderate Gebührenanpassung brauchen", wenn der ORF seinen Kurs beibehalten soll, "mehr heimische Qualität zu produzieren, in neun Bundesländern regional in sehr guter Weise präsent zu sein und das sehr breite Feld des öffentlich-rechtlichen Auftrages gut zu bewältigen", konstatierte Küberl gegenüber der "Kleinen Zeitung" (Freitag-Ausgabe).

Profitieren der Bundesländer in der Kritik

Kritisch sieht Küberl hingegen, dass sieben von neun Bundesländern bei einer Gebührenerhöhung mitschneiden, weil sie zum ORF-Entgelt noch Landesabgaben einheben: "Die staatlichen Institutionen reiben sich die Hände, wenn der ORF wegen der Gebührenerhöhung in Kritik gerät und zum zweiten Mal, wenn sie dann ganz diskret mitschneiden", so Küberl. Sie sollten damit beginnen, den "Vorbildern Vorarlberg und Oberösterreich" zu folgen.

Die Entscheidung über den Antrag von Wrabetz, das Entgelt um 7,7 Prozent zu erhöhen, fällt am Donnerstag im Stiftungsrat. (APA, red, 9.12.2016)

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  • Wer wie viel kassiert.
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