"Carmen": Liebe, die ans Ende kommt

14. Dezember 2016, 10:24
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Prosper Mérimées Erzählung ist Grundlage u. a. der Oper von Bizet

Es ist beeindruckend, wie viel der Franzose Prosper Mérimée in seinem Leben, das von 1803 bis 1870 währte, schrieb und veröffentlichte. Und doch ist nur eine Erzählung von ihm weltbekannt, ja geradezu ein Mythos geworden – Carmen. 1847 erschien diese Geschichte um obsessive Liebe, Eifersucht, Totschlag und Freiheit.

Als Oper kennt man diesen Stoff, 1874 hat Georges Bizet die Erzählung vertont, und auch als Film, wobei Carlos Sauras Bearbeitung als Tanzfilm 1983 weitaus bekannter ist als etwa die Adaptionen Ernst Lubitschs oder Otto Premingers. Wer aber kennt tatsächlich die kunstvolle, sprachlich klare Prosa Mérimées, im Mittelpunkt die schöne Romni Carmen und Don José, der wegen ihr alles verliert, erst den Verstand, dann das Leben?

Schön, dass die 1985 aufgenommene Lesung von Ernst-August Schepmann, langjähriger Theaterschauspieler, der sich in den letzten Jahren bei Radio-Comedyformaten verdingen musste, nun wieder vorliegt. Er liest einfühlsam nuanciert. Und zeigt so: Liebe ist eine Himmels- und eine Höllenmacht. (Alexander Kluy, 10.12.2016)

  • Prosper Mérimée, "Carmen". € 11,30 /139 Min. Der Audio Verlag, Berlin 2016
    foto: der audio verlag

    Prosper Mérimée, "Carmen". € 11,30 /139 Min. Der Audio Verlag, Berlin 2016

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