"Miss Terry": Zwischen zwei Welten

    14. Dezember 2016, 10:21
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    Liza Codys Krimi beobachtet u. a. rassistische Vorurteile

    Alles begann mit dem Aufstellen eines Bauschuttcontainers. In dem wird ein totes Baby gefunden. Für die Polizei steht fest: Die einzige dunkelhäutige Frau in der Wohnstraße muss das Kind weggelegt haben. Nita ist zwar in England geboren, aber ihre Familie stammt aus Indien und man weiß ja, wie die sind ...

    Liza Cody beobachtet die Alltäglichkeit rassistischer Vorurteile mit scharfem Blick. Aber auch die andere Seite kommt nicht gut weg. Nitas Vater und ihr Cousin, der sie vergewaltigt hat, versuchen, sie zu ermorden. Nita ist abgehauen, hat studiert und wohnt in einem Haus, das sie mit einem schwulen Pärchen teilt. Das gefährdet die Familienehre. Ihre Schwester in Indien hingegen muss einen gewalttätigen Ehemann ertragen und weibliche Föten abtreiben.

    Codys Heldin wider Willen wird zwischen zwei Welten aufgerieben und versucht zu überleben. Cody transportiert diese ernsten Themen im Rahmen eines spannenden Krimis mit Empathie und Verstand. Warmherzig und realistisch – das muss erst einmal wer nachmachen. (Ingeborg Sperl, 10.12.2016)

    • Liza Cody, "Miss Terry". Deutsch: Grundmann & Laudan. € 17,50 / 286 Seiten. Ariadne, Hamburg 2016
      foto: ariadne

      Liza Cody, "Miss Terry". Deutsch: Grundmann & Laudan. € 17,50 / 286 Seiten. Ariadne, Hamburg 2016

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