Schnupfen: Wie man das Abwehrsystem auf Virenangriffe vorbereitet

    9. Dezember 2016, 11:13
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    Drei Jahre seines Lebens ist ein Erwachsender erkältet, haben Statistiker errechnet. Wie sich Schnupfen und Husten in den kommenden Wochen vermeiden lassen

    Für das körpereigene Abwehrsystem bedeutet der Winter Schwerstarbeit: ständiger Wechsel zwischen der trockenen Heizungsluft drinnen und der Kälte draußen, nasse Füße, wenig Sonne, zu wenig Vitamine und frisches Gemüse zur Stärkung des Organismus. Die wenigsten Menschen überstehen die kalten Tage des Jahres ohne Schnupfen und Husten.

    Gegen eine Erkältung gibt es kein Patentrezept, man kann sein Abwehrsystem aber auf Schnupfenviren vorbereiten. Meist sind es so genannte Rhinoviren, die unser Abwehrsystem angreifen, berichten Experten des deutschen Onlinedienstes obx-medizindirekt. 30 bis 50 Prozent aller Erkältungsfälle werden durch diese nur 20 Nanometer kleinen Krankheitserreger verursacht. Sie sind mehr als tausend Mal dünner als ein menschliches Haar. Insgesamt gibt es über 200 Erkältungsviren, gegen die auch Antibiotika machtlos sind. Denn Antibiotika bekämpfen vor allem Bakterien.

    Es ist tatsächlich der schnelle Wechsel zwischen Wärme drinnen und Kälte draußen, der die Schleimhäute austrocknen lässt und schwächt. Das erleichtert den Keimen das Überwinden dieser ersten Schutzbarriere unseres Körpers. Die Immunzellen bilden dann den zweiten Abwehrschild. Diesen Schutzschirm zu stärken ist der wirksamste Weg Schnupfen und Husten zu begegnen – und möglichst Kontakt mit erkrankten Mitmenschen zu meiden.

    Schub für die Abwehr

    Wer sich ausgewogen ernährt, braucht die Angriffe von Erkältungsviren viel weniger zu fürchten. Frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe, die unseren Körper stark machen für den Winter. Auch im Winter sollten man genügend trinken – mindestens zwei Liter pro Tag.

    Ein Spaziergang im Freien weckt das Immunsystem. Die kühle Luft regt die körpereigene Abwehr an und gönnt den Schleimhäuten ein wenig Erholung von der warmen und oft virenreichen Heizungsluft. Überraschend, aber wahr: Gerade draußen ist man im Winter am sichersten vor den Erkältungserregern, weil die Luft viel sauberer ist. Vor allem die Luft in Räumen ist mit Erkältungsviren meist hoch angereichert.

    Auch sportliche Aktivitäten schützen gegen Erklärungen. Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung. Das Herz pumpt mehr Blut durch die Gefäße. Dadurch kommen auch die Immunzellen in Schwung. Positiver Nebeneffekt: Sport baut auch Stress ab. Auch das stärkt die Abwehr. Wer sich also regelmäßig auspowert, schützt sein Immunsystem gleich doppelt. Nur ein Übermaß an Sport schwächt die Abwehr.

    Alkohol macht die Abwehr müde

    Wer zu viel Alkohol trinkt, tut seinem Immunsystem keinen Gefallen: Er lähmt damit die Körperzellen, die sich im Blut um die Krankheitsabwehr kümmern. Außerdem steigt durch den Alkoholgenuss der Verbrauch an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen wie B1, Folsäure, Zink und Magnesium. Und diese Substanzen braucht der Körper gerade an kalten Tagen dringend: Ein Mangel lässt die Abwehrkräfte schwinden – und öffnet Erkältungserregern Tür und Tor.

    Der regelmäßige Saunabesuch, eine heiß-kalte Wechseldusche am Morgen nach dem Aufstehen oder ein Kneippgang: Der schnelle Wechsel aus Kälte und Wärme tut unserem Körper gut. Durch die extremen Temperaturschwankungen dehnen sich die Blutgefäße und ziehen sich wieder zusammen – ein hervorragendes Training für die Temperaturschwankungen zwischen drinnen und draußen im Winter.

    Während wir schlafen, erholt sich auch unser Immunsystem. Deshalb ist es wichtig, dass der Körper gerade im Winter ausreichend Schlaf bekommt. Wie wichtig der Schlaf für unser Abwehrsystem ist, zeigt sich dann, wenn wir krank sind: Dann schüttet der Körper Stoffe aus, die uns müde machen – damit wir uns gesund schlafen. (red, 9.12.2016)

    • 30 bis 50 Prozent aller Erkältungsfälle werden durch Rhinoviren verursacht. Ein wichtiger Tipp: Kontakt mit erkrankten Mitmenschen meiden.
      foto: wikipedia/central council for health education/publicdomain

      30 bis 50 Prozent aller Erkältungsfälle werden durch Rhinoviren verursacht. Ein wichtiger Tipp: Kontakt mit erkrankten Mitmenschen meiden.

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