Kreundl im Kurzbahn-WM-Finale über 100 m Lagen

9. Dezember 2016, 10:08
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Als Semifinal-Siebente bei Medaillenentscheidung dabei – Erste OSV-WM-Finalteilnahme seit 2011 – Weltrekord von Le Clos, viertes Gold für Hosszu

Windsor – Die Oberösterreicherin Lena Kreundl steht bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften der Schwimmer in Windsor/Kanada im Finale über 100 m Lagen. Die 19-Jährige schlug am Freitag (MEZ) als Semifinal-Siebente an. In 59,86 Sekunden verpasste sie ihre Vorlaufzeit um 5/100 sowie den österreichischen Rekord um 14/100.

Ihre davor beste WM-Platzierung hatte Kreundl 2014 in Doha als Elfte über 100 m Lagen erreicht. Der Endlauf der Top acht ist für die Nacht auf Samstag für 0.49 Uhr MEZ angesetzt.

"Echt ein Wahnsinn"

"Es ist ein unfassbar tolles Gefühl", sagte Kreundl. "Ich bin so erleichtert und stolz, dass ich das geschafft habe. Echt ein Wahnsinn. Ich habe den ganzen Tag nur Herzrasen gehabt, einen sehr hohen Puls und war extrem nervös. Erst im Callroom ist es dann besser geworden. Ich habe zu mir gesagt, jetzt oder nie und habe so die Nervosität unter Kontrolle bekommen." Coach Marco Wolf äußerte sich begeistert: "Wir sind sprachlos. Was da abgegangen ist, war schon großartig. Das ganze Team war extrem emotional und natürlich gesammelt auf der Tribüne."

Für das Finale hat sich die ASV-Linz-Athletin erneut die Verbesserung des von ihrer Trainingskollegin Lisa Zaiser gehaltenen nationalen Rekords von 59,72 vorgenommen. "Ich war im Semifinale schon etwas blau und konnte hinten raus nicht mehr so viel zulegen. Am Ende habe ich mir noch mal gesagt alles oder nichts und es ist sich ausgegangen." Um für das Rekordvorhaben voll bei Kräften zu sein, hat sich Kreundl für die Freitag-Vorlaufsession über 100 m Brust streichen lassen. "Wenn ich dann im Finale als Letzte anschlage, bin ich trotzdem achtschnellste Dame der Welt. Das ist schon sehr cool."

Kreundl hatte nach Delfin- und Rückenlage um 9/100 früher gewendet als im Vorlauf, auf den zweiten 50 m über die Brust- und Kraullage aber 14/100 eingebüßt. Nichtsdestotrotz war ihr Aufstiegsplatz um 19/100 recht gut abgesichert. Eine WM-Finalteilnahme hat es für den österreichischen Schwimmsport seit 2011 nicht gegeben, auf der Kurzbahn seit 2010. Vor sechs Jahren in Doha holte Markus Rogan über 200 m Lagen und 200 m Rücken Silber und Bronze, Dinko Jukic wurde über 200 m Lagen Siebenter. Davor letzte OSV-Dame in einem Endlauf bei den im Zweijahres-Rhythmus ausgetragenen Kurzbahn-Weltmeisterschaften war Mirna Jukic 2008 in Manchester als Fünfte über 200 m sowie jeweils Sechste über 50 und 100 m Brust.

Medaillenhamster Katinka Hosszu

Höhepunkt aus internationaler Sicht in der Finalsession des dritten Wettkampftages war einerseits ein Weltrekord von Chad le Clos über 100 m Delfin. In 48,08 Sekunden verbesserte der Südafrikaner seine zwei Jahre alte Weltbestmarke um 36/100. Die siegreiche Mixed-Staffel der USA über 4 x 100 m Lagen verfehlte den Weltrekord nur um 5/100. Zudem holte die Ungarin Katinka Hosszu mit ihrem Sieg über 200 m Rücken ihre schon vierte Goldmedaille bei diesen Titelkämpfen. Damit liegt sie bzw. Ungarn im Medaillenspiegel nur einen Titel hinter den führenden USA auf Rang zwei. (APA, 9.12.2016)

  • "Jetzt oder nie", sagte sich Lena Kreundl, überwand ihre Nervosität und schwamm ins Finale.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    "Jetzt oder nie", sagte sich Lena Kreundl, überwand ihre Nervosität und schwamm ins Finale.

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