EU will Amalgam-Füllungen verdrängen

9. Dezember 2016, 09:45
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Obwohl die EU-Kommission Amalgam-Füllungen für unbedenklich hält, zweifeln Kritiker immer wieder daran. Nun wird geprüft, ob bald komplett darauf verzichtet werden soll

Die EU will Zahnfüllungen mit Amalgam wegen des giftigen Quecksilbers so weit wie möglich zurückdrängen. Ab 1. Juli 2018 soll es bei Kindern sowie schwangeren und stillenden Frauen nur noch in absoluten Ausnahmen verwendet werden. Bis 2020 wird geprüft, ob Zahnärzte ab 2030 ganz darauf verzichten sollen, bestätigte eine Sprecherin der EU-Kommission am Mittwoch.

Der Kompromiss ist Teil eines Pakets zur Umsetzung der sogenannten Minamata-Konvention, die die Nutzung des hochgiftigen Quecksilbers eindämmen soll. Amalgam ist wegen niedriger Kosten und hoher Haltbarkeit ein gängiger Füllstoff für Löcher in den Zähnen. Damit kommen nach Angaben von Experten jährlich in der EU bis zu 75 Tonnen Quecksilber in Umlauf.

Die EU-Kommission hält die Zahnfüllungen zwar für Patienten für ungefährlich, zumal sie im Mund verkapselt sind. Kritiker wecken aber immer wieder Zweifel an der Unbedenklichkeit. Vor allem verweisen sie auf Gesundheitsrisiken bei der Verarbeitung und der Entsorgung des Füllstoffs und bei der Verbrennung von Verstorbenen in Krematorien. (APA, 9.12.2016)

  • Der Einsatz von Amalgam als Zahnfüllung ist schon lange umstritten.
    foto: wikipedia/dominik matus/(CC-Lizenz)

    Der Einsatz von Amalgam als Zahnfüllung ist schon lange umstritten.

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