"Steep" im Test: Bildschöner Adrenalinrausch ohne Suchtgefahr

Rezension11. Dezember 2016, 10:56
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Ubisoft-Game bietet hervorragende Ski- und Snowboard-Simulation, motiviert aber nicht zum Weiterspielen

Kilometerlange Abfahrten, Schnee soweit das Auge reicht und eine Winterlandschaft aus dem Märchenbuch – Hersteller Ubisoft wagt sich mit "Steep" auf neues Terrain und schickt Gamer in eine riesige Open-World-Berglandschaft, die es per Skier, Snowboard, Wingsuit und Gleitschirm zu erobern gilt. Vor der Veröffentlichung als Nachfolger von "SSX" gehandelt, hat das Spiel sehr wenig mit dem Snowboard-Klassiker gemeinsam. Vielmehr wurde von Ubisoft der Fokus auf Erkundung der wunderschönen Berglandschaft gelegt und weniger auf die unterschiedlichen Herausforderungen im Spiel.

Ermüdende Herausforderungen

So gilt es nämlich als aufstrebender Extremsportler sich einen Namen in der Szene zu machen. Sei es mit waghalsigen Wingsuit-Flügen, lebensgefährlichen Snowboard-Rennen oder Tricks über meterlange Abhänge. Die Herausforderungen machen anfangs Spaß, nach einer gewissen Zeit setzt allerdings eine gewisse Ermüdung ein, da es einfach an Variation fehlt. Dazu gesellen sich Fehler, die das Spielerlebnis umso mehr trüben – zum Teil ist die Bewertung der Tricks intransparent und manche Herausforderungen sind so unmöglich abzuschließen. Die drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade sind zudem nicht ganz nachvollziehbar.

bild: steep
"Was "Steep" komplett richtig macht, ist das durch die Grafik und den Sound erzeugte Ambiente."

Fast wie wirklich auf der Piste zu stehen

Was "Steep" aber komplett richtig macht, ist das durch die Grafik und den Sound erzeugte Ambiente. Es macht wirklich Spaß, die kilometerlangen Abfahrten unberührter Schneelandschaft mit Skiern oder Snowboard hinunterzugleiten. Der kühle Fahrtwind, das Knarzen des Schnees bei jedem Schwung – das Games schafft es wirklich Erinnerungen an die eigenen realen Pistenausflüge zu wecken. Dies ist auch der Grund, wieso "Steep" zumindest begeisterte Wintersportler zum Weiterspielen einlädt – die ausgezeichnete Simulation ihrer Lieblingsbeschäftigung.

Fader Gleitschirm, lässiger Wingsuit

Die Nutzung des Gleitschirms ist hingegen etwas langweilig und die dazugehörigen Rennen nicht wirklich nachvollziehbar. Mittels Auftrieb holt man sich einen Geschwindigkeitsschub, allerdings tritt dieser unregelmäßig auf, wodurch es etwas schwierig ist, hier Erfolge zu erzielen. Kurzweilig sind hingegen die Wingsuit-Herausforderungen, bei denen einerseits waghalsige Manöver und andererseits Geschwindigkeit honoriert werden. Ob von einem Heißluftballon oder der Spitze des Matterhorns – komplett angstfrei wirft man sich ins Hochgeschwindigkeitsgeschehen und holt sich Knochenbruch nach Knochenbruch.

bild: steep
Kurzweilig sind die Wingsuit-Herausforderungen, bei denen einerseits waghalsige Manöver und andererseits Geschwindigkeit honoriert werden.

Verzichtbare Story

Die Story von "Steep" ist dagegen absolut nebensächlich und zieht den Spieler nicht ins Geschehen hinein. Im Laufe der Zeit schaltet man durch Level-Aufstiege immer mehr Gebiete frei, die nicht unterschiedlicher sein könnten, jedoch allesamt sehr ähnliche Aufgaben bieten. Positiv fallen hierbei nur spezielle Herausforderungen auf, bei denen es gilt, mit einem zweiten Fahrer den Berg zu erforschen und seine Besonderheiten mittels Ski oder Snowboard auszumachen. Dies ist begleitet mit Erzählungen und etwas Mystik rund um die jeweilige Bergwelt, die es auch in der realen Welt gibt. Tirol ist etwa dabei.

Always-On und Rahmenbedingungen

Wie auch im echten Leben sollte man nie alleine "powdern" gehen, weshalb Ubisoft bei dem Spiel viel Wert auf gemeinsames Gaming gelegt hat. Immer wieder trifft man in der riesigen Welt Snowboarder, die auf der Suche nach neuen Herausforderungen sind oder einfach den Schnee genießen. Mit diesen kann man sich zu einer Gruppe zusammenschließen und gemeinsam weiterziehen. Damit einher geht natürlich, dass das Spiel durchgehend online sein muss und für die Verwendung Ubisofts "uPlay" nötig ist. Ohne Internet zu spielen ist somit nicht möglich, was ärgerlich ist, da alleine zu spielen das Spielerlebnis absolut nicht schmälert. Getestet wurde die PC-Version, die selbst bei einem Mittelklasse-System (AMD FX8350 und R9 270X) sehr flüssig und ohne Probleme lief. Absolut empfehlenswert ist es mit einem Controller zu spielen.

wirspielen
Wir spielen "Steep": Extremsport mit unendlich Leben

Fazit

Bei "Steep" hat Ubisoft vieles richtig gemacht und auch vieles falsch. Positiv fallen Grafik, Sound und auch Gameplay auf. Trotzdem bietet das Game einfach zu wenig Abwechslung, obwohl die Herausforderungen im Spiel durchaus Spaß machen und zu etlichen Versuchen einladen. Begeisterte Wintersportler werden mit "Steep" trotzdem ihre Freude haben, da es eine ausgezeichnete Ski- beziehungsweise Snowboard-Simulation bietet. Für alle anderen wird es wohl nur eine kurze Pistengaudi. (Daniel Koller, 11.12.2016)

"Steep" ist ab 12 Jahren für PC, PS4 und Xbox One erschienen. UVP: ab 59,99 Euro

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