Frau in Kiel angezündet: Haftbefehl wegen Mordes

8. Dezember 2016, 17:27
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Untersuchungshaft über Ehemann verhängt – Bei einer Wagenpanne war es offenbar zu einem Streit gekommen

Kiel – Nach der tödlichen Brandattacke auf eine 38 Jahre alte Frau in Kronshagen nahe der norddeutschen Stadt Kiel ist Haftbefehl wegen Mordes gegen den Ehemann erlassen worden. Ein Haftrichter folgte am Donnerstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft, teilte Oberstaatsanwalt Axel Bieler mit. Der 41 Jahre alte Tatverdächtige kam in Untersuchungshaft.

"Wir sehen in diesem Fall die Mordmerkmale Heimtücke und Grausamkeit als gegeben an", sagte Bieler. "Bei dem Angriff hat der mutmaßliche Täter die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers ausgenutzt und insofern heimtückisch gehandelt." Das Anzünden der Frau erfülle das Merkmal der Grausamkeit. Dass der Mann in psychiatrischer Behandlung gewesen sei, habe für den Fall keine Bedeutung. "Wir gehen davon aus, dass er vorsätzlich und schuldhaft gehandelt hat."

Streit bei Wagenpanne

Über die Tat am Mittwochvormittag wurden inzwischen weitere Details bekannt. Demnach sollen die beiden Eltern die drei und sieben Jahre alten Söhne gemeinsam mit dem Auto zum Kindergarten beziehungsweise zur Schule gebracht haben. Dann soll der Wagen in der Nähe eines Klinikums eine Panne gehabt haben.

"Dort hat es den bisherigen Ermittlungen zufolge einen Streit gegeben", sagte Bieler. Zuvor hatten die "Kieler Nachrichten online" berichtet, noch im Wagen soll der Mann eine brennbare Flüssigkeit über seine Frau gegossen haben. Die Frau sei am Steuer gesessen und sei aus dem Auto geflüchtet. Der Mann sei hinterhergerannt und habe sie angezündet – sie erlag am Abend im Krankenhaus ihren schweren Brandverletzungen.

Beziehungsstatus unklar

Der Beschuldigte habe eingeräumt, dass es Streit gab, sagte Bieler. Die Frau stammte aus Togo und lebte seit vielen Jahren in Kiel. Das Paar hatte sich nach Angaben der Kripo getrennt. Eine am Tatort trauernde Bekannte des Opfers berichtete am Donnerstag allerdings, die beiden hätten wieder zusammengelebt. Bieler wollte sich dazu nicht äußern.

Die "Kieler Nachrichten" starteten für die beiden hinterbliebenen Kinder eine mit der Stadt Kiel abgestimmte Spendenaktion. (APA, 8.12.2016)

  • Ermittlungen am Tatort in Kiel.
    foto: apa/dpa/carsten rehder

    Ermittlungen am Tatort in Kiel.

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