Israelische Polizisten erschossen palästinensischen Angreifer

8. Dezember 2016, 10:51
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Polizei: Mit Messer auf Sicherheitskräfte zugelaufen

Jerusalem/Nablus – Im besetzten Westjordanland ist ein junger Palästinenser von der israelischen Polizei getötet worden, der sich den Beamten mit einem Messer genähert hatte. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, kam der "Verdächtige" am frühen Morgen auf die Grenzbeamten an einer Straßenkreuzung in Tappuah südlich von Nablus zu.

Weil der junge Mann den Aufforderungen stehen zu bleiben und sich auszuweisen nicht gefolgt sei und ein Messer gezückt habe, sei er erschossen worden.

Bei dem Palästinenser handelte es sich den Angaben zufolge um einen 18-Jährigen aus der Stadt Qalqiliya (Kalkilia) im Nordwesten des Westjordanlandes. In Tappuah war es in der Vergangenheit bereits öfter zu Angriffen auf israelische Beamte gekommen. Bei dem Vorfall vom Donnerstag wurden keine Polizisten verletzt.

Seit über einem Jahr gibt es in Israel und den Palästinensergebieten eine neue Gewaltwelle. Dabei wurden bereits 242 Palästinenser, 36 Israelis und vier Ausländer getötet. Bei vielen der Todesopfer handelte es sich um mutmaßliche oder erwiesene palästinensische Angreifer auf Israelis.

Zwei Hamas-Mitglieder getötet

Unterdessen wurden zwei Mitglieder der radikalislamischen Palästinenser-Organisation Hamas beim Einsturz eines Tunnels im Gazastreifen getötet. Wie die Ezzedin-al-Qassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der Hamas, am Donnerstag mitteilten, wurden außerdem drei Kämpfer vermisst, nach denen nach dem Unglück gesucht wurde.

Der "Widerstandstunnel" unweit der Grenze zu Israel stürzte demnach in der Nacht auf Donnerstag ein. So nennen die Islamisten militärische Rückzugstunnel. Sie bauten in der Vergangenheit auch Schmugglertunnel an der Grenze zu Ägypten.

Netanyahu lehnt Treffen mit Abbas ab

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu lehnte unterdessen ein Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas im Rahmen einer internationalen Friedenskonferenz ab. Dies habe er dem französischen Präsidenten Francois Hollande am Telefon gesagt, teilte Netanyahus Büro am Mittwochabend mit. Hollande hatte laut Medienberichten Netanyahu und Abbas für ein Gespräch am 22. Dezember nach Paris eingeladen. Nach Angaben aus Palästinenserkreisen nahm Abbas die Einladung an.

Frankreich bemüht sich derzeit um neue Impulse für eine friedliche Lösung im Nahost-Konflikt. Ziel der Initiative ist, einen unabhängigen, demokratischen und friedlichen Staat Palästina neben Israel zu schaffen. Die Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern liegen seit April 2014 brach. (APA, 8.12.2016)

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