Erdbeben in Indonesien: Behörden bitten um medizinische Hilfe

8. Dezember 2016, 12:38
1 Posting

Zahl der Opfer stieg auf mehr als 100 Tote und mehr als 700 Verletzte

Jakarta – Nach dem schweren Erdbeben mit mehr als 100 Toten auf der indonesischen Insel Sumatra haben die Behörden um Hilfe für die Versorgung der Verletzten gebeten. Mehr als 700 Menschen seien bei dem Beben vom Mittwoch verletzt worden, viele von ihnen schwer, berichtete die Katastrophenschutzbehörde am Donnerstag.

In dem am schlimmsten getroffenen Bezirk Pidie Jaya in der Provinz Aceh fehlten Medikamente und Ärzte. "Wir brauchen Chirurgen und Orthopäden, weil die meisten Verletzten Brüche erlitten haben", sagte der Verwaltungsvize-Chef von Pidie Jaya, Said Mulyadi. Die meisten der Verletzten hätten die Nacht im Freien verbracht, weil sie entweder nicht in ihre Häuser zurückkehren konnten oder aus Angst vor Nachbeben nicht wollten. Die Zahl der Toten stieg nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde auf 102 an. Es wurde befürchtet, dass sich die Opferzahl noch erhöhen könnte.

Suche nach Überlebenden

Tausende Soldaten und Rettungskräfte suchten weiter in den Trümmern der eingestürzten Häuser nach möglichen Überlebenden. Dabei wurden Ortungsgeräte und Bagger eingesetzt. Freiwillige Helfer durchgruben den Schutt mit bloßen Händen. Die Hoffnungen, noch Menschen lebend aus den Trümmern zu bergen, schwanden jedoch. Durch das Beben waren hunderte Häuser, Moscheen und Unternehmen in der ganzen Provinz dem Erdboden gleich gemacht worden.

Erste Hilfslieferungen trafen in der Erdbebenregion ein, für Obdachlose wurden bereits Notunterkünfte errichtet. In der besonders betroffenen Stadt Meureudu baute die Armee provisorische Küchen, Unterkünfte und Feldlazarette auf, wie der dortige Militärchef Tatang Sulaiman sagte. Es fehle aber noch an Nahrung, Trinkwasser, Medizin und Decken, sagte der Leiter der örtlichen Katastrophenschutzbehörde, Puteh Manaf. Rund 4.000 Menschen benötigten Hilfe.

"Aceh ist nicht allein"

Präsident Joko Widodo rief seine Landsleute auf, für die von der Katastrophe Betroffenen zu beten. "Aceh ist nicht allein", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Das Beben der Stärke 6,5 hatte am frühen Mittwochmorgen die Provinz Aceh im Norden von Sumatra getroffen und zahlreiche Häuser zerstört. Die Menschen dort leben noch mit der Erinnerung an die Katastrophe von Weihnachten 2004: Damals hatte ein durch ein heftiges Seebeben ausgelöster Tsunami an den Küsten des Indischen Ozeans allein in Indonesien mehr als 170.000 Menschen in den Tod gerissen, viele davon in Aceh. Zehntausende weitere Menschen starben in anderen betroffenen Staaten, darunter in Thailand, Sri Lanka und Indien. (APA, 8.12.2016)

  • Die Zahl der Erdbebenopfer in Indonesien ist gestiegen.
    foto: apa/afp/chaideer mahyuddin

    Die Zahl der Erdbebenopfer in Indonesien ist gestiegen.

Share if you care.