Mikrowohnungen in der ältesten Mall der USA

Ansichtssache10. Jänner 2017, 07:00
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Der Onlinehandel macht vielen Einkaufszentren zu schaffen. Einer Mall in Rhode Island wurde mit Wohnungen neues Leben eingehaucht

foto: nicholas millard

Vor rund 188 Jahren wurde das Einkaufszentrum Arcade Providence im US-Bundesstaat Rhode Island eröffnet. Im Zentrum der Stadt Providence gelegen war es angeblich die erste überdachte Shoppingmall des Landes. Im späten 20. Jahrhundert sank ihre Beliebtheit aber. Mehrmals wurde die Mall seither renoviert. 2005 wurde die Arcade Providence dann von einem Immobilienentwickler gekauft, der die oberen beiden Stockwerke in Mikrowohnungen verwandelte. 2013 zogen die ersten Mieter ein.

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bild: arcade providence

Früher gab es im Einkaufszentrum Platz für 48 Shops. Passend also, dass nun in den alten und übrigens denkmalgeschützten Gemäuern 48 Kleinwohnungen Platz haben. Die Wohnungen sind zwischen knapp 21 und 26 Quadratmeter groß. Im unteren Bereich gibt es nach wie vor Retail-Flächen. Das Ziel des Immobilienentwicklers war laut Medienberichten, den alten Glanz des Einkaufszentrums wieder herzustellen – aber eben durch Wohnungen, nicht durch Shops.

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foto: ben jacobsen

Die Apartments sind vollmöbliert und richten sich an Singles. Unter den Mietern sind sowohl Studierende als auch Young Professionals und Pensionisten. Preislich liegen die Wohnungen zwischen knapp 760 Euro und 1720 Euro.

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foto: arcade providence

Die Wohnungen verfügen über keinen Herd – aus rechtlichen Gründen, wie es in Medienberichten heißt: Denn laut Bauordnung des Bundesstaates Rhode Island ist die Wohnfläche pro Person zu klein. Ohne Herd zählen die Kleinwohnungen nicht als Wohnung.

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foto: ben jacobsen

In einem Einkaufszentrum zu leben, klingt zwar für manche nach einem Alptraum – in der Arcade Providence sind die Wartelisten seit der Eröffnung aber lang. Aktuell gibt es 4.000 Interessenten, berichtet Pressesprecherin Robin Dionne dem STANDARD. Wenn eine Wohnung frei wird, dann werde sie meist innerhalb weniger Tage wieder vermietet.

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foto: ben jacobsen

Mikro-Wohnprojekte entstehen nicht nur in den USA, sondern auch in Österreich. Im Viertel Zwei in der Krieau wird 2017, wie berichtet, ein Projekt fertiggestellt, dessen Wohnungen im Schnitt 32 Quadratmeter groß sind. (zof, 10.1.2016)

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