Kunsthalle Wien: Schafhausen fordert weiterhin neuen Standort

7. Dezember 2016, 14:38
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Aktuell aber keine konkreten Überlegungen

Wien – Nicolaus Schafhausen, seit 2012 Direktor der Kunsthalle Wien, wünscht sich für sein Haus weiterhin einen neuen Standort. "Wir repräsentieren zeitgenössisches Denken und sind absurderweise hinter einer historischen Fassade versteckt", meinte er am Mittwoch angesichts der derzeitigen Lage im Museumsquartier. Konkrete Überlegungen diesbezüglich gäbe es derzeit aber nicht.

"Das zieht sich ja durch unterschiedliche Verantwortlichkeiten durch", sagte Schafhausen angesichts des auch von Vorgängern geäußerten Wunsches. Wirklich problematisch an den Räumlichkeiten des Haupthauses – die Kunsthalle hat auch am Karlsplatz eine kleinere Dependance – seien fehlende Veranstaltungsbereiche. "Rückzugsorte oder ein Kinobereich sind nicht gegeben. Das sind aber Räume, die die Kunstproduktion von heute fordert."

In Anbetracht der Entwicklung der Stadt müsse man überlegen, ob eine Einrichtung wie Kunsthalle nicht näher zu den Menschen und damit weg vom Zentrum gehen müsse. "Es stellt sich die Frage, wie wir repräsentieren können, wie in Zukunft Kunst und Kultur und dabei vor allem zeitgenössische Formate wahrgenommen werden." Auch würde "ein ikonisches Gebäude mit entsprechend zeitgenössischer Architektur" ein ganz anderes Potenzial für die Kunsthalle bedeuten, so Schafhausen.

Der Direktor will all das aber weder als Beschwerde über die aktuelle Lage noch die finanzielle Situation ausgelegt wissen. Aber: "Natürlich müsste dann wirklich Geld in die Hand genommen werden. Andererseits könnte man sich die Form der Finanzierung ja auch überlegen." Schafhausen sieht es letztlich als "sinnvoll und notwendig, woanders hinzugehen". (APA, 7.12.2016)

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