Rekordminimum beim Meereis könnte Europa Kälteeinbrüche bescheren

7. Dezember 2016, 14:16
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Geringste Eisflächenausdehnung seit Messbeginn – Polarwirbel in der Stratosphäre geschwächt

Boulder – Im vergangenen November war die Eisfläche der Arktis so klein wie nie zuvor in diesem Monat seit Beginn der Satellitenmessungen vor 38 Jahren. Die Ausdehnung betrug 9,1 Millionen Quadratkilometer und war damit fast zwei Millionen Quadratkilometer kleiner als im November-Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010, berichtete das Nationale Schnee- und Eisdatenzentrum (NSIDC) der USA am Dienstag (Ortszeit) in Boulder.

Grund für den Negativrekord seien ungewöhnlich hohe Temperaturen über dem arktischen Ozean, hohe Wassertemperaturen und anhaltender Südwind. Der November sei der siebente Monat in diesem Jahr mit einem Minimum-Rekord der Eisfläche.

Arktischer Kälteeinbruch für Europa

Die geringe Neubildung von Meereis im arktischen Ozean könnte im Winter nach Forscheransicht zu arktischen Kälteeinbrüchen in Mitteleuropa führen. Arktis-Eis und Winterwetter sind nach jüngsten Daten über einen Luftwirbel in zehn bis 50 Kilometern Höhe verbunden.

"Immer mehr Studien zeigen, dass ein Mangel an Meereis auch den Wirbel in der Stratosphäre schwächt", sagte die Mathematikerin Marlene Kretschmer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung der Wochenzeitung "Die Zeit". Der Wirbel wiederum beeinflusse das Wetter. So führen Kretschmer und weitere Forscher den arktischen Kälteeinbruch in Nordamerika im Frühjahr 2014 auf eine Schwäche des Polarwirbels zurück. (APA, red, 7.12.2016)

  • Nie zuvor seit Beginn der Satellitenmessungen vor 38 Jahren gab es im November so wenig Meereis in der Arktis.
    grafik: nsidc

    Nie zuvor seit Beginn der Satellitenmessungen vor 38 Jahren gab es im November so wenig Meereis in der Arktis.

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