Auf der Suche nach Artgenossen setzen Geparde auf Glück und ihre Nase

17. Dezember 2016, 18:17
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Wird eine Gepardengruppe getrennt, hilft nur mehr der Zufall gepaart mit einem guten Geruchssinn

Gaborone/London – Geparde streifen oft tagelang allein in riesigen Gebieten umher – wie aber finden sie zu ihrer Gruppe zurück? Anscheinend spielt dabei Glück eine entscheidende Rolle, denn einen konkreten Plan haben die Raubkatzen dafür wohl nicht, wie nun Forscher im Fachjournal "PLOS ONE" berichten.

Die Wissenschafter hatten eine Gepardengruppe in Botswana gut ein halbes Jahr lang beobachtet. Sie analysierten die Routen von drei mit einem GPS-Halsband versehenen Tieren, die in dem etwa 820 Quadratkilometer umfassenden Savannengebiet leben.

Die meiste Zeit über blieben die Tiere zusammen, ergab die Auswertung. Nur einmal trennten sich die Wege: Einer der Geparden blieb an einer Wasserstelle zurück, während die anderen weiterzogen. Den Grund konnten die Forscher nicht herausfinden. Nach einigen Tagen machte sich auch das zurückgebliebene Tier auf den Weg, jedoch ohne den anderen direkt zu folgen. 31 Tage lang liefen die Geparde getrennt umher und nutzen dabei fast das gesamte Areal.

Unwahrscheinliche Zufallsbegegnung

Laut den Berechnungen der Forscher ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Tiere unter diesen Umständen rein zufällig in Sichtnähe zueinander kommen. Anders als Löwen in solchen Fällen können sich Geparden auch nicht mit lautem Gebrüll über weite Distanzen verständigen. Das Team um Tatjana Hubel vom Royal Veterinary College in Hatfield (Großbritannien) versuchte daher, ein spezielles Verhalten festzustellen, das ein Wiedersehen begünstigt.

Besonders wurde dabei auf von anderen Arten bekannte Strategien geachtet: Tiere können zum Beispiel zu bestimmten Bezugsorten zurückfinden, wenn sie ihre Laufrichtung gut nachvollziehen können oder sich an bestimmten Marken wie Bäumen oder Himmelsrichtungen orientieren. Der Ort allerdings, an dem sich die Geparde schließlich fanden, war nicht der Ort ihrer Trennung. Es war sogar ein Gebiet, das die Tiere zuvor nur selten besucht hatten.

Immer der Nase nach

Die Forscher nehmen deshalb an, dass ein Wiedersehen bei Geparden größtenteils auf Zufall beruht, gepaart mit einem ausgeprägten Geruchssinn: Der einzelne Gepard hatte kurz vor dem Wiedersehen einen Weg betreten, den die anderen knapp zweieinhalb Stunden vorher gekreuzt hatten. Das Tier begann daraufhin, in Kreisen zu suchen, konnte offenbar die Fährte aufnehmen und fand die anderen.

Zuvor waren die Tiere schon mehrfach in einem zeitlichen Abstand von sieben oder mehr Stunden an einen Ort gelangt – was nicht zu einem Treffen geführt hatte. Ob die Duftmarken dann jeweils schon verflogen waren oder die Tiere noch kein Interesse an einem Wiedersehen hatten, sei unklar, schreiben die Forscher. (APA, red, 17.12.2016)

  • Wo sind die anderen? Werden Gepard von ihrer Gruppe getrennt, verlassen sie sich auf den Zufall und ihren guten Geruchssinn.
    foto: apa/afp/gianluigi guercia

    Wo sind die anderen? Werden Gepard von ihrer Gruppe getrennt, verlassen sie sich auf den Zufall und ihren guten Geruchssinn.

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