Austria: Kleinlicher Kayode-Verhaltenskodex

7. Dezember 2016, 13:07
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Enthüllungsplattform "Football Leaks" ermöglicht am Beispiel Larry Kayode Einblicke in kuriose Vertragsdetails

Wien – Die Enthüllungsplattform "Football Leaks" hat auch Österreich nicht verschont. Wie die Wochenzeitung "Der Falter" im Falle von Austria-Akteur Larry Kayode zeigt, gibt es auch hierzulande Kurioses über Vertragsdetails von Fußballprofis zu berichten.

Der Nigerianer kam im Mai 2015 um 800.000 Euro von Maccabi Netanya nach Wien, unterschrieb bei den Veilchen einen Vertrag über vier Jahre. Laut Kontrakt verdient der Stürmer 19.500 Euro brutto pro Monat plus Prämien. So weit, so gut. Nicht sonderlich überraschend erklärte sich Kayode mit seiner Unterschrift außerdem dazu bereit, Deutsch zu lernen, keine Dopingmittel zu verwenden und von Sportwetten abzusehen.

Dem aber nicht genug, in einem detailliert ausgearbeiteten Verhaltenskatalog befinden sich teils doch kuriose Vorgaben, die den Legionär wie wohl auch andere Austria-Spieler im Falle des Nichtbeachtens zu Strafzahlungen verpflichten.

Zieht Kayode zum Beispiel seine Schuhe nicht vor der Garderobe aus, muss er 100 Euro für die Teamkasse berappen. Hat er im Teamhotel nach Mitternacht Licht im Zimmer, werden wieder 100 Euro fällig. Handy-Benützen in der Kabine kostet ebenso 100 Euro wie eine fünfminütige Verspätung beim Training. Im Trainingscamp Essen auf das Zimmer bestellen ist hingegen nur mit 50 Euro veranschlagt. Teuer kann jedoch die Wahl falscher Kleidung werden: für Nichteinhalten des vorgegebenen Dresscodes werden erneut 100 Euro fällig, im Wiederholungsfall gar 200.

Last but not least ist natürlich auch das Nachtleben reglementiert: ist das Ausgehen an Spieltagen und den Tagen danach ohne Einschränkung gestattet, so ist es in einer Woche mit zwei Pflichtspielen nur an den Match-Tagen gestattet. Feierabend ist dabei jeweils um drei Uhr früh. Bei Zuwiderhandeln sind 15 Prozent der Boni futsch. (red, 7.12.2016)

  • Ein Fußballerleben wie jenes von Larry Kayode bei der Wiener Austria will strikt geregelt sein.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Ein Fußballerleben wie jenes von Larry Kayode bei der Wiener Austria will strikt geregelt sein.

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