Tausende Schneegänse in Giftgrube in Montana gestorben

7. Dezember 2016, 14:27
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Schneesturm zwang Vögel zur Landung im giftigen Gewässer einer Tagebaugrube. Minenarbeiter bemühten sich, die Tiere zu verscheuchen, aber scheiterten

Helena/Wien – Mehrere tausend Schneegänse sind nach einem Schneesturm, der große Schwärme zu einer Zwischenlandung zwang, ums Leben gekommen. Die Gänse pausierten in einem mit Metall versetzten Gewässer in einer Grube, die zu einem oberflächlichen Tagebau in Montana gehört.

Mark Thompson, Umweltmanager der Firma Montana Resources, sagte zum britischen "Guardian", Zeugen hätten die Grube als "700 Hektar voller weißer Vögel" beschrieben. Montana Resources ist gemeinsam mit Atlantic Richfield für den Kupfertagebau Berkeley Pit zuständig. Seit Ende November versuchen Mitarbeiter der Mine die Gänse mit Scheinwerfern, lauten Geräuschen und anderen Methoden zu erschrecken und sie von einer Landung im Wasser abzuhalten. Laut Thompson wurden 90 Prozent der Vögel verscheucht.

Am 29. November erhielten die Arbeiter die Warnung über den ankommenden Schwarm, der etwa 25 Meilen entfernt war. Ein Mitarbeiter, der nicht im Dienst war, berichtete von etwa 25.000 Gänsen in der Luft in Anaconda, sagte Thompson: "Ich kann nicht genug unterstreichen, wie viele Vögel es in dieser Nacht waren." Es seien mehr gewesen als alles, was die Arbeiter je erlebt hätten. Normalerweise würden zwischen 2.000 und 5.000 Vögel im gesamten Jahr gesichtet.

Strafe möglich

Jack Kirkley, Professor der Universität Montana West und Spezialist für Ornithologie, sagte dem "Montana-Standard", dass wegen des kürzeren, milderen Winters die Vögel nicht so früh in den Süden fliegen würden, und in manchen Fällen würden sie auch an Orten bleiben, an denen sie zuvor nie waren.

Montana Resources und Atlantic Richfield könnten nun mit einer Strafe belegt werden, wenn die US-Umweltschutzbehörde EPA feststellen sollte, dass die Unternehmen nicht genügend für den Vogelschutz getan haben. Ein Vogelschutzprogramm wurde von staatlichen und Bundesbehörden als Reaktion auf die 1995 ebenfalls in Berkeley Pit umgekommenen Schneegänse gestartet. Damals waren 342 Vögel umgekommen. Thompson sagte, er sei zuversichtlich, dass die Anstrengungen angemessen gewesen seien. (red, 7.12.2016)

  • Etwa 25.000 Schneegänse mussten in Montana zwischenlanden.
    foto: ap/the kansas city star, keith myers

    Etwa 25.000 Schneegänse mussten in Montana zwischenlanden.

  • Die Tiere verendeten in dem toxischen Gewässer.
    foto: ap/pennlive.com, sean simmers

    Die Tiere verendeten in dem toxischen Gewässer.

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