Trump-Wahl verbessert US-Perspektiven auf Finanzmärkten

7. Dezember 2016, 11:04
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Wifo konstatiert bessere Konjunktureinschätzungen im Euroraum und in Österreich trotz Italien-Referendum

Wien – Ein positives Konjunkturumfeld konstatiert das Wirtschaftsforschungsinstitut: Die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten habe die Einschätzung der amerikanischen Wachstumsperspektiven auf den Finanzmärkten verbessert, die britischen Bruttoanlageinvestitionen seien nach dem Brexit-Entscheid robust gewachsen, und im Euroraum und Österreich hätten sich die Konjunktureinschätzungen verbessert.

Durch das Verfassungsreferendum in Italien am vergangenen Sonntag hätten sich Unternehmer und private Haushalte im Euroraum offenbar nicht verunsichern lassen, erklärte das Wifo am Mittwoch in seinem monatlichen Konjunkturbericht. Im Übrigen seien, so das Institut kritisch, "Volksabstimmungen und Wahlen, die Grundlagen der westlichen Demokratie, in letzter Zeit oft vorschnell zu Unsicherheitsfaktoren für die Realwirtschaft stilisiert" worden.

Großbritannien habe in den drei Monaten seit dem Brexit-Votum von Ende Juni – entgegen den meisten Prognosen – ein robustes Wachstum verzeichnet. Selbst die stark von Zukunftseinschätzungen bestimmten Bruttoanlageinvestitionen seien expandiert. Bisher habe die Brexit-Entscheidung die Realwirtschaft nicht beeinträchtigt.

Im Euroraum, der im dritten Quartal mit 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal solide gewachsen sei, hätten sich die Konjunktureinschätzungen zuletzt wieder verbessert. In Österreich ist die Wirtschaft im dritten Quartal laut Wifo mit 0,4 Prozent (laut Eurostat-Vorgabe sogar um 0,5 Prozent) etwas stärker als der Durchschnitt der Eurozone gewachsen – und aktuelle Konjunkturumfragen würden auf eine weitere Belebung in Österreich hindeuten: Das Wirtschaftswachstum beruhe auf einer robusten Binnenkonjunktur, und der private Konsum gleiche sich allmählich an das durch die Steuerentlastung Anfang 2016 erhöhte verfügbare Einkommen an. Freitag kommender Woche präsentieren Wifo und IHS (Institut für Höhere Studien) neue Konjunkturprognosen. (APA, 7.12.2016)

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    foto: reuters/mcdermid
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