Sohn von Trumps designiertem Sicherheitsberater im Zwielicht

6. Dezember 2016, 23:12
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Flynn Junior soll Verschwörungstheorien und "rassisch taktlose Meinungen" im Internet verbreiten

Washington – Das Übergangsteam des gewählten US-Präsidenten Donald Trump habe sich bemüht, sicherheitsrelevante Fragen betreffend den Sohn des designierten Sicherheitsberaters Ex-Generalleutnant Michael Flynn zu klären. Das meldete der Sender CNN am Dienstag unter Berufung auf US-Regierungskreise.

Michael G. Flynn hatte den Angaben zufolge für seinen Vater als Spitzenberater und Teamchef gearbeitet. Er soll regelmäßig Verschwörungstheorien verbreiten und rassistische Meinungen auf Twitter und Facebook zum Ausdruck bringen. Dies habe Kritik und die Frage aufgeworfen, welchen Grad an Einfluss er in der künftigen Trump-Regierung haben könnte.

Der gewählte Vizepräsident Mike Pence wollte in der CNN-Sendung "The Lead" trotz wiederholter Fragen nicht darauf antworten, ob er wisse, ob das Trump-Übergangsteam eine Sicherheitsüberprüfung von FlynnJunior angefordert habe. Pence sagte nur, der jüngere Flynn habe lediglich seinem Vater bei Terminplanungen und administrativen Angelegenheiten geholfen.

"Pizzagate"-Verschwörung

Flynn Junior soll laut CNN auch an der Verbreitung einer während des US-Wahlkampfs verbreiteten Verschwörungstheorie beteiligt gewesen sein, die als "Pizzagate" bekanntgeworden ist. Diese hat am Sonntag zu einem Zwischenfall in einer Pizzeria in Washington geführt. Das Restaurant war im Wahlkampf Opfer von Fake-Nachrichten geworden: Der Restaurantbesitzer, ein Demokrat, wollte ein Fundraising für die Demokraten veranstalten.

In seinen infolge der gehackten E-Mails der Partei vorkommenden Nachrichten seien die Wörter "Käse", "Hot Dog" und "Pizza" vorgekommen sein, was zwar in einem Restaurant nicht weiter auffällig sein muss, von einigen jedoch als Codes für sexuelle Handlungen mit Kindern interpretiert wurden. Das Lokal sei Schaltzentrale eines Kinderpornorings, in den auch Hillary Clinton involviert gewesen sei. Am Sonntag hat anschließend ein bewaffneter Mann auf eigene Faust versucht, direkt im Lokal "nachzurecherchieren".

Er muss sich nun wegen eines Angriffs mit einer gefährlichen Waffe vor Gericht verantworten. In den USA wird seither über die unvorhersehbaren Folgen von gefälschten Nachrichten diskutiert. (APA, red, 6.12.2016)

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