Fahrverbote in Paris wegen Smogs verlängert

6. Dezember 2016, 19:11
5 Postings

Nur jedes zweite Auto darf fahren

Paris – Wegen hoher Smogbelastung sind die Fahrverbote in Paris bis Mittwoch verlängert worden. Jedes zweite Auto muss nach einer Anordnung der Polizeipräfektur stehen bleiben. Fahren dürfen am Mittwoch nur Fahrzeuge, bei denen die letzte Ziffer im Nummernschild ungerade ist. Auch im Südosten Frankreichs wurden überhöhte Werte von Feinstaub und Stickoxiden gemessen.

Die Fahrverbote gelten für die französische Hauptstadt und 22 angrenzende Gemeinden. Der öffentliche Nahverkehr war dafür kostenlos. Am Dienstag durften nur Wagen mit einer geraden Endziffer im Nummernschild fahren. Ausgenommen waren unter anderem Taxis, Ambulanzen, Carsharing-Autos und bestimmte Lieferfahrzeuge. Es ist das vierte Mal in knapp 20 Jahren, dass solche Maßnahmen verhängt werden.

Trotz des eingeschränkten Verkehrs kam es im Pariser Großraum zu massiven Staus. Dazu trug auch der Ausfall der Regionalbahnlinie zum Flughafen Charles de Gaulle nördlich der Hauptstadt bei. Die RER-Linie B sollte wegen eines Schadens an der Oberleitung erst am Dienstagabend wieder den Betrieb aufnehmen.

Eiffelturm von Smog umhüllt

Die Bewohner von Paris leiden bereits seit Tagen unter starker Luftverschmutzung, am Montag war der Eiffelturm von Smog umhüllt. Die für die Luftqualität zuständige Agentur Airparif erklärte, die Autoabgase und das Heizen mit Holz seien die Hauptgründe für den Smog. Dazu komme eine sogenannte Inversionswetterlage ohne Wind, bei der sich wärmere Luft über die kältere am Boden lege und so den Abzug der Partikel verhindere.

Die Chefin von Airparif, Amelie Fritz, sagte, die Fahrverbote seien sinnvoll, reichten aber nicht aus. Die Luftverschmutzung müsse längerfristig bekämpft werden, etwa durch eine bessere Isolation von Häusern oder eine Senkung der Emissionen von Verkehr und Industrie.

Auch in anderen französischen Landesteilen wurde eine überhöhte Luftverschmutzung gemessen, vor allem im südostfranzösischen Lyon und in anderen Städten im Alpenvorraum. Dort reagierten die Behörden mit Geschwindigkeitsbeschränkungen. (APA, AFP, 6.12.2016)

Share if you care.