E-Mobilität als Wachstumstreiber bei Chiphersteller Infineon

6. Dezember 2016, 14:19
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Die Österreich-Tochter legt bei Umsatz und Ergebnis kräftig zu und stockte Personal auf

Wien/Villach – Digitalisierung und Automatisierung macht nicht wenigen Menschen Angst. Der Halbleiterkonzern Infineon profitiert von den Entwicklungen kräftig. Die Österreich-Tochter Infineon Austria hat im Geschäftsjahr 2015/16 (bis 30. September) wie die deutsche Mutter bei Umsatz und Gewinn stark zugelegt.

Wachstumsfelder sind laut Infineon-Austria-Chefin Sabine Herlitschka Mobilität, Sicherheit und Energieeffizienz. Besondere Treiber seien die nachhaltige Mobilität, etwa mit Elektronik die Effizienz von Verbrennungsmotoren zu optimieren, der Trend zu Fahrerassistenzsystemen in Autos und das Thema E-Mobilität. "In sieben der zehn meistverkauften Elektroautos 2015 ist Infineon dabei, um den Antrieb zu regeln", sagt Herlitschka. Auch im Tesla x sind laut Herlitschka Komponenten aus Villach verbaut. In Zahlen gefasst stellt sich die Zukunftshoffnung so dar: Der Halbleiterwert in einem herkömmlichen Auto liegt derzeit bei 350 bis 400 US-Dollar. In einem E-Auto steigt er auf 700 Dollar.

Österreich-Tochter mit Rekordumsatz

Im kommenden Jahr will der Halbleiterkonzern um sechs Prozent wachsen, "plus-minus zwei Prozent", so Herlitschka. Österreichs Anteil daran soll steigen, so Finanzchef Oliver Heinrich. "Wir werden stärker wachsen." Die Österreich-Tochter schaffte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Plus von 29 Prozent auf den Rekordwert von 1,84 Milliarden Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) wurde um vier Prozent auf 158,5 Millionen Euro verbessert. Das Wachstum sei einerseits organisch erfolgt, andererseits durch die Akquisition des US-Unternehmens International Rectifier vor zwei Jahren.

Insgesamt beschäftigt der Chipkonzern weltweit 36.300 Personen – davon mehr als 15.000 in Europa, knapp 3.700 in den USA und mehr als 17.400 in Asien. Bei Infineon Austria arbeiteten Ende September 3.625 Personen, 132 mehr als im Vorjahr. Aufgestockt wurde vor allem in Forschung und Entwicklung, wo derzeit 1.426 Personen (plus zwölf Prozent) beschäftigt sind. In der Zentrale in Villach sind rund 3.000 Menschen beschäftigt. In Klagenfurt – mit mehr als 160 Mitarbeitern – liegt die Verantwortung für die Informations- und Kommunikationstechnik im Konzern. Im Forschungszentrum in Graz arbeiten mehr als 300 Leute. In Linz sind 100 Personen in Sachen Radartechnologien beschäftigt, in Wien befindet sich das Sales Office mit zehn Leuten.

Plus bei Forschungsausgaben

Die Forschungsausgaben stiegen um 13 Prozent auf 412 Millionen Euro, was einer Forschungsquote von 22 Prozent des Umsatzes entspricht. "Ich denke, in dieser Größenordnung gehört Infineon Technologies Austria zu den forschungsintensivsten Unternehmen innerhalb Europas", sagt Finanzvorstand Heinrich. Investiert wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 357 Millionen Euro. (rebu, 6.12.2016)

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