Österreichische Polizei warnt vor falschen Inkasso-Mails

6. Dezember 2016, 13:55
14 Postings

Über den E-Mail-Anhang wird ein Erpressungstrojaner verbreitet

In den Posteingängen zahlreicher Nutzer landen derzeit wieder einmal vermeintliche Mails eines Inkassobüros, das zur Begleichung einer offenen Rechnung auffordert. Öffnet man den Mailanhang wird jedoch ein Virus installiert, warnt das Bundeskriminalamt (BKA).

Mails mit authentisch wirkenden Angaben

Durch die persönliche Anschrift und die Angabe einer existierenden Postanschrift oder eines ehemaligen Wohnsitzes wirken die Mails authentisch. Die Rechnung soll von einem Online-Händler stammen, bei dem die Opfer eventuell tatsächlich vor kurzem etwas bestellt haben. Auch das Inkassobüro selbst gibt es und bestätigte laut BKA bereits Anfragen von zahlreichen Personen. Das Unternehmen steht allerdings nicht hinter den derzeit massenhaft ausgeschickten Mails.

Bei der Schadsoftware, die über die Mailanhänge verbreitet wird, handelt es sich um einen Erpressungstrojaner in verschiedenen Versionen. Wird er ausgeführt, verschlüsselt die Malware Computerdateien und verlangt die Zahlung von Lösegeld. Je nach Version des Virus werden zwischen 1 und 3 Bitcoins gefordert. Aktuell entspricht 1 Bitcoin über 700 Euro.

Bei Unsicherheit telefonisch nachfragen

Das BKA rät zur Vorsicht bei E-Mails, deren Absender man nicht kennt. Wird eine Rechnung mitgeschickt, sollte man bei der Firma zunächst telefonisch nachfragen. "Sollte dies nicht möglich sein, öffnen Sie die Dateien nur in einer gesicherten Umgebung (virtuelle und wiederherstellbare Umgebung oder Sandbox) und auf nicht produktiven Geräten", so die Beamten. Dieser Tipp scheint für Durchschnittsnutzer ohne tiefergehende Computerkenntnisse allerdings weniger praktikabel.

Keinesfalls sollten Nutzer auf solche Mails mit der Bekanntgabe ihrer Daten reagieren. Wer sich nicht sicher ist, kann sich per Mail an das Cyber Crime Competence Center (against-cybercrime@bmi.gv.at) des Innenministeriums wenden. (br, 6.12.2016)

  • Ein Erpressungstrojaner tarnt sich als Rechnung eines Inkassobüros.
    foto: joerg koch/dapd

    Ein Erpressungstrojaner tarnt sich als Rechnung eines Inkassobüros.

Share if you care.