Besucherrekord in Wiener Café Central

6. Dezember 2016, 14:24
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Das Traditionskaffeehaus steuert mit 500.000 Besuchern auf einen neuen Rekord zu. Vier von fünf Gästen sind Touristen

Wien – Kaffeespezialitäten schlürfen, Mehlspeisen gustieren und geschichtsträchtige Luft einatmen: An die 500.000 Besucher werden das heuer im Café Central in der Wiener Innenstadt getan haben. So viel steht nach Angaben von Kay Fröhlich, dem seit 1. Juli amtierenden Geschäftsführer der zum Verkehrsbüro gehörenden Palais Events GmbH, zu der das Traditionskaffee gehört, jetzt schon fest. Und auch, dass das ein neuer Rekord ist.

Recht viel mehr sei platztechnisch kaum mehr möglich, auch wenn die vor kurzem abgeschlossene Umwandlung der Herrengasse in eine Begegnungszone die Frequenz außerhalb der Kaffeehausmauern gesteigert hat. Mit der Möglichkeit, Sitzplätze online zu reservieren, glaubt Fröhlich ein Instrument bei der Hand zu haben, die wenigen "schwachen" Zeiten auch noch beleben zu können. Rund 80 Prozent der Besucher seien Touristen, 20 Prozent Geschäftsleute und Einheimische.

Gästemix als Konjunkturbarometer

"Wir merken sofort, wie es wirtschaftlich läuft in einem Land. Auch neue Flugverbindungen schlagen sich im Gästemix nieder", sagt Fröhlich, der ursprünglich aus Mecklenburg-Vorpommern stammt und bei Palais Events zuletzt in Vertrieb und Marketing tätig war. Der asiatische Markt boome, Gäste aus China seien bereits die Nummer zwei im Besucherranking – nach deutschen Touristen und vor Besuchern aus den USA. Die Zahl der Gäste aus Russland und der Ukraine gehe hingegen schon seit längerem stark zurück. Das werde sich so rasch auch nicht ändern.

Herausfordernder als früher sei das Veranstaltungsgeschäft. Compliance-Regeln, die in vielen Unternehmen gelten, gepaart mit allgemeiner Sparsamkeit und verstärkter Konkurrenz durch andere Event-Locations machten Umsatzzuwächse in dem Bereich schwieriger. Dennoch komme man auf etwa 320 Veranstaltungstage, die sich auf das Palais Ferstel, das Palais Daun-Kinsky und die Wiener Börsensäle aufteilen. Mit einem Anteil von 57 Prozent am Gesamtumsatz von zuletzt 9,6 Millionen Euro sei das Kaffeehaus aber weiter die tragende Säule bei Palais Events.

Schließtage wegen Küchensanierung

2017 wird das Café Central erstmals seit langer Zeit mehrere Tage schließen. "Wir wollen den Küchenbereich komplett sanieren und auf den letzten Stand der Technik bringen", sagt Fröhlich. Vier oder fünf Schließtage sollten bei exakter Planung des Umbauablaufs reichen. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, Frühjahr oder Sommer ist wahrscheinlich. (Günther Strobl, 6.12.2016)

  • Kay Fröhlich ist seit 1. Juli Geschäftsführer des Verkehrsbüro-Tochterunternehmens Palais Events.
    foto: palais events / jürg christandl

    Kay Fröhlich ist seit 1. Juli Geschäftsführer des Verkehrsbüro-Tochterunternehmens Palais Events.

  • Zu Palais Events gehören neben dem Café Central auch das Palais Ferstel, das Palais Daun-Kinsky und die Wiener Börsensäle .
    foto: apa / hochmuth

    Zu Palais Events gehören neben dem Café Central auch das Palais Ferstel, das Palais Daun-Kinsky und die Wiener Börsensäle .

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