Verhinderung des anderen Kandidaten zentrales Wahlmotiv

6. Dezember 2016, 12:59
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64 Prozent wählten Van der Bellen, um Hofer zu verhindern. Begründet wird dies zu einem großen Teil mit dem rechten Gedankengut Hofers

Wien – Ein zentrales Motiv der Wähler bei der Bundespräsidentschaftswahl war, den jeweils anderen Kandidaten zu verhindern. Das geht aus einer Erhebung der Politikwissenschaftler Fritz Plasser und Franz Sommer hervor. Demnach begründeten 64 Prozent der Wähler von Alexander Van der Bellen ihre Wahl damit, Norbert Hofer verhindern zu wollen. Unter dessen Wählern war dies für 43 Prozent das zentrale Motiv.

Der Forschungsbericht stützt sich auf eine von GfK Austria durchgeführte Online-Umfrage unter 1.000 deklarierten Hofer- bzw. Van der Bellen-Wählern (Durchführungszeitraum noch vor der Wahl zwischen 28. November und 2. Dezember). Neben dem Motiv der Verhinderung des jeweils anderen war die zweite Antwort-Möglichkeit, dass man vom jeweiligen Kandidaten persönlich überzeugt ist. Bei Hofer-Wählern war dies zu 57 Prozent der Fall, bei Van der Bellen-Wählern zu 36 Prozent.

"Zu extreme Ansichten"

Jene Wähler Van der Bellens, die Hofer als Präsident verhindern wollten, begründeten dies (offene Befragung ohne vorgegebenen Antwortmöglichkeiten) zu 32 Prozent damit, dass Hofer "zu rechte (extreme) Ansichten hat und rechtes Gedankengut vertritt". 20 Prozent waren der Meinung, dass Hofer dem Ansehen Österreichs im Ausland schaden würde. Für weitere 16 Prozent ist die Tatsache, dass Hofer FPÖ-Kandidat war, der ausschlaggebende Grund. Weitere Motive, Hofer zu verhindern war laut Van der Bellen-Wählern, weil Hofer "Populist und Demagoge ist" (8 Prozent) und "weil er eine FPÖ-Regierung einsetzen würde" (7 Prozent).

Den Grünen verhindern

Bei jenen Hofer-Wählern, die Van der Bellen verhindern wollten, begründeten dies 28 Prozent damit, dass Van der Bellen Grüner Kandidat sei. Weitere 27 Prozent fanden den Ex-Grünen "zu alt", 19 Prozent erschien er "unsympathisch". Auch die Begründungen "unehrlich und unglaubwürdig" (13 Prozent) und "abgehoben und nicht volksnah" kamen oft vor (12 Prozent). Hofer-Wähler begründeten ihre Ablehnung Van der Bellens aber auch damit, dass dieser eine "falsche Ausländerpolitik vertritt und sich für Asylanten einsetzt" (11 Prozent).

Hauptmotiv für die überzeugten Anhänger Van der Bellens war, dass dieser "im Ausland Ansehen genießt und ein guter Staatsmann wäre" (28 Prozent), er "für das Amt des Bundespräsidenten gut geeignet ist" (16 Prozent), er "ruhig und besonnen auftritt" und "weil er kompetent und gescheit ist" (je 14 Prozent).

Unter Hofers Anhängern ist dessen Alter das stärkste Pro-Argument, 17 Prozent nannten dies als Motiv ("weil er jung/der jüngere Kandidat ist"). Für 16 Prozent ist der FPÖ-Kandidat vor allem "sympathisch" bzw. wird dessen "ruhige/besonnene Art" als Wahlmotiv genannt. Ebenfalls ein starker Beweggrund (für 15 Prozent): "Weil er für das Amt geeignet ist, ein gutes Auftreten hat, über Charakter und Persönlichkeit verfügt." Zehn Prozent wählten Hofer, weil er "für Österreich eintritt, die Heimat in den Vordergrund stellt". (APA, 6.12.2016)

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