Spitalsärzte warnen vor dramatischen Verschlechterungen

6. Dezember 2016, 09:59
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Die Bundeskurie Angestellte Ärzte fürchtet Schließungen von Abteilungen und Spitälern wegen der Gesundheitsreform

Wien – Nach den niedergelassenen Ärzten warnen auch die Spitalsärzte vor dramatischen Verschlechterungen in der medizinischen Versorgung. Die Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Ärztekammer (ÖÄK) befürchtet durch die im Zuge des Finanzausgleichs beschlossene Gesundheitsreform Schließungen von Abteilungen und Spitälern.

Die im niedergelassenen Bereich geplanten Protestmaßnahmen würden seitens der Spitalsärzteschaft solidarisch unterstützt. Eigene Maßnahmen seien derzeit aber nicht geplant, bekräftigte Kurienobmann und Ärztekammer-Vizepräsident Harald Mayer am Dienstag in einer Aussendung. Die niedergelassenen Ärzte halten am 14. Dezember in ganz Österreich einen Streik- und Aktionstag ab, an dem in Wien, Kärnten und dem Burgenland die Allgemeinmediziner ihre Ordinationen geschlossen halten sollen.

"Willkürliche Fristen"

Besonders dramatisch würden sich im Spitalsbereich die willkürlich erhöhten Erreichbarkeitsfristen auswirken, kritisierte Mayer: "Wenn die Zeitspanne, binnen derer beispielsweise eine chirurgische Abteilung erreichbar sein muss, von 30 auf 45 Minuten erhöht wird, dann kann man sich leicht ausrechnen, was das für die Patienten bedeutet und dass es dadurch auch zu Schließungen von Abteilungen und Spitälern kommen kann. Das ist eine Zumutung für Menschen, die kein Spital ums Eck haben, die in entlegeneren Regionen wohnen oder die aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine längere Fahrt unternehmen können."

Der Kurienobmann vermisst auch Konzepte zur Entlastung der überlaufenen Ambulanzen oder praktikable Organisationsformen. "Ich sehe auch nirgends, dass ein gutes, zeitgemäßes Versorgungsangebot aufgebaut werden soll. Ich sehe nur, dass die Spitäler wieder alles abfangen müssen, was der niedergelassene Bereich aufgrund politischer Versäumnisse nicht mehr schafft. Für die Patienten führt das über kurz oder lang zu einer gefährlichen Verknappung des Angebotes." (APA, 6.12.2016)

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