Android 7.1.1: Zweite "Nougat"-Version mit neuen Emojis ist da

    6. Dezember 2016, 08:52
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    Update für aktuelle Google-Geräte gestartet – Launcher Shortcuts, GIF-Support in Tastatur und Storage Manager

    Während Dritthersteller wie Lenovo, HTC, LG oder Samsung gerade erst damit beginnen, die ersten Updates für das im August veröffentlichte Android 7.0 "Nougat" zur Verfügung zu stellen, dreht Google die Versionsspirale schon wieder ein Stück weiter. In Form von Android 7.1.1 gibt es nun das erste Wartungs-Update für "Nougat", und dieses bringt neben Bugfixes auch das eine oder andere neue Feature.

    Emojis

    Einmal mehr baut die neue Version den Emoji-Support des Betriebssystems aus, wobei man sich in diesem Fall ganz dem Thema Diversität gewidmet hat. Für viele Berufsgruppen gibt es nun sowohl weibliche als auch männliche Varianten, womit die zuvor recht stereotype Aufteilung aufgebrochen wird. Vom Rockstar bis zur Astronautin reicht hier die Palette an neuen Emojis.

    grafik: google
    Einige der neuen Emojis.

    Ebenfalls neu sind die sogenannten Launcher Shortcuts, die – zumindest softwareseitig – an Apples 3D Touch erinnern, aber ohne dessen Hardwarekomponente auskommen. Über einen Langdruck auf das App-Icon können künftig einzelne Optionen zum Schnellzugriff erreicht werden, also etwa die Selfie-Kamera oder auch bei Google Maps die Route nach Hause. Voraussetzung ist natürlich, dass die jeweilige App dieses Feature auch unterstützt, die entsprechenden Schnittstellen sind Teil des neuen API-Levels 25, der mit Android 7.1.1 einhergeht.

    GIF-Party

    Mit der neuen Version schafft Google darüberhinaus, einen zentralen Mechanismus, um animierte GIFs in Anwendungen einzufügen, und bietet den Zugriff darauf auch gleich aus der eigenen Tastatur. Dass dafür eine neue Betriebssystemversion nötig ist, liegt daran, dass die Apps bisher von der Tastatur nur Text- oder Emoji-Eingaben erwarten, also erst lernen müssen, mit den animierten GIFs umzugehen.

    grafik: google
    Support für animierte GIFs in der Tastatur.

    Zu den weiteren Neuerungen gehört die Unterstützung von runden Icons am Homescreen, die App-Entwickler extra für diesen Zweck zusätzlich anbieten können. Dies muss allerdings auch vom Launcher unterstützt werden, von Haus aus ist das derzeit nur bei den neuen Pixel-Smartphones der Fall, auch wenn diverse extern verfügbare Launcher bereits nachgezogen haben.

    Vermischtes

    Außerdem gibt es jetzt einen Storage Manager, der dabei helfen soll, Platz freizuschaufeln. Der Virtual-Reality-Support wurde verbessert, um hier die Latenzzeiten zu reduzieren, und es gibt erweiterte Möglichkeiten für Live-Wallpaper. Zudem bereitet sich Google offenbar auf neue Smartwatches mit höherer Pixeldichte vor, jedenfalls akzeptiert die neue Version nun Werte bis zu 340 DPI in diese Hinsicht.

    Pixel-Extra

    Angemerkt sei, dass die bislang erwähnten Verbesserungen nur für die Nexus-Geräte neu sind, auf Pixel und Pixel XL gab es das meiste davon schon seit der mit diesen Geräten ausgelieferten Version 7.1.0. Die aktuellen Smartphones von Google erhalten dafür zusätzlich noch einen erweiterten Gesten-Support, um den Ambient-Screen beim Hochheben automatisch zu aktivieren, oder auch gezielt mit einem Doppel-Touch aufzurufen.

    grafik: google
    Launcher Shortcuts.

    Sicherheit

    Das aktuelle Wartungsupdate beinhaltet darüber hinaus auch all die Sicherheits-Updates, die für den Monat Dezember vorgesehen sind. Diesem Thema widmet sich Google in einem eigenen Security Bulletin in aller Ausführlichkeit. Wie schon im Vormonat, ist es auch dieses Mal in dieser Hinsicht bei Android selbst relativ ruhig, es wurde also kein einziges kritisches Problem aufgespürt und bereinigt. Anders sieht es bei Drittkomponenten wie den proprietären Treibern von Nvidia und Qualcomm oder auch dem Linux-Kernel aus. Diese betreffen allerdings jeweils nur einzelne Geräte, eine genau Auflistung gibt es bei Google.

    Update

    Android 7.1.1 wird ab sofort für alle aktuell noch unterstützten Geräte aus Googles eigener Herstellung angeboten, dies reicht von Nexus 9 bis zu Pixel und Pixel XL. Wie gewohnt erfolgt die Auslieferung dabei aber in Wellen es kann also einige Tage bis Wochen dauern, bis die neue Version auch bei allen Geräten angekommen ist. Eine Ausnahme bilden in dieser Hinsicht nur die neuen Pixel-Geräte, bei denen sich das Update durch eine Überprüfung in den Systeminformationen umgehend auslösen lässt. Allerdings scheinen nach ersten User-Informationen auch andere Geräte dieses Mal wesentlich flotter mit der neuen Version versorgt, als es von früheren Updates gewohnt war.

    Besitzer anderer Google-Geräte, die nicht so lange warten wollen, können zudem wieder einmal zu den Factory Images und den Full System OTAs von Google greifen, um das Update manuell durchzuführen. Bei der zweiten Variante gehen auch keinerlei Daten verloren, allerdings setzt sie ein gewisses technisches Vorwissen voraus. Geduldig sein, heißt es zudem für Besitzer des Nexus 6, Google bestätigt zwar, dass die neue Version auch für das etwas mehr als zwei Jahre alte Smartphone kommen wird, derzeit fehlt hier aber noch das Factory Image, was wohl auch bedeutet, dass sich das Update noch verzögert. Stattdessen gibt es hier vorerst nur eine um die aktuellen Sicherheitslücken bereinigte Version von Android 7.0.0.

    Ausblick

    Der weitere Plan von Google sieht eine zweite Maintenance-Release im kommenden Quartal vor, an der die Arbeiten auch bereits begonnen haben, wie der Softwarehersteller betont. Eine erste Testversion sollte über das Android-Beta-Programm für Nexus und Pixel-Geräte schon in wenigen Wochen erhältlich sein. (Andreas Proschofsky, 6.12.2016)

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