Pflasterhersteller BSN soll doch an die Börse

5. Dezember 2016, 16:54
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Gespräche mit verbliebenen Bietern offenbar abgebrochen

Frankfurt – Für den Medizinprodukte-Hersteller BSN Medical zeichnet sich Insidern zufolge nun doch ein Börsengang ab. Die Gespräche mit den verbliebenen zwei Bietern für das Hamburger Unternehmen seien abgebrochen worden, sagten mehrere mit dem Verkaufsprozess vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Eigentümer von BSN, der schwedische Finanzinvestor EQT, erhoffe sich von einem Börsengang höhere Einnahmen als von einem Verkauf an den schwedischen Papier- und Hygiene-Spezialisten SCA ("Tempo") oder den Finanzinvestor BC Partners, die beide finale Übernahmeangebote vorgelegt hatten. "Das Basis-Szenario war schon immer ein Börsengang", sagte einer der Insider. Das Listing an der Frankfurter Börse könnte zu Beginn des zweiten Quartals 2017 erfolgen.

Hoffnung auf mehr Geld von der Börse

EQT, BC Partners und SCA wollten sich zu den Informationen nicht äußern. Noch in der vergangenen Woche hatte es in Finanzkreisen geheißen, ein Verkauf sei inzwischen wahrscheinlicher als ein Börsengang. EQT hatte den Angaben zufolge auf eine Bewertung von BSN von mehr als drei Milliarden Euro inklusive Schulden gehofft. Nun gibt es offenbar die Hoffnung, über die Börse doch mehr herauszuholen – auch über weitere Aktienplatzierungen in der Zukunft. Der kürzlich an die Börse gegangene Wettbewerber Convatec wird mit rund dem 14-fachen seines für 2017 erwarteten Gewinns gehandelt. Bei einer ähnlichen Bewertung könnte BSN bis zu 3,3 Milliarden Euro einbringen.

EQT war 2012 für 1,8 Milliarden Euro mit 69 Prozent bei BSN eingestiegen. Der Finanzinvestor hat das Unternehmen seit seinem Einstieg unter anderem durch Zukäufe ausgebaut und neue Märkte erschlossen. Für das laufende Jahr erwartet BSN Medical Insidern zufolge einen operativen Gewinn (Ebitda) von 216 Millionen Euro, 2017 sind 235 Millionen angestrebt. (Reuters, 5.12.2016)

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