Krebs: Vorhersage des Krankheitsverlaufs durch Analyse von Proteinen

    5. Dezember 2016, 12:01
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    In Krebszellen läuft die Herstellung ribosomaler Proteine fehlerhaft. Das hängt zusammen mit dem Überleben von Krebspatienten. Forscher hoffen nun auf neue Therapieansätze

    In allen lebenden Zellen stellen molekulare Fabriken die Grundbausteine des Lebens her, die Proteine. Basler Forschende haben entdeckt, dass Krebszellen eine spezielle Zusammensetzung dieser Fabriken haben und sich diese "Signatur" für die Prognose eignen könnte.

    Die molekularen Protein-Fabriken, Ribosomen genannt, sind in jedem Gewebe ein bisschen anders aufgebaut, wie Forschende um Mihaela Zavolan von der Universität Basel entdeckt haben. Diese Fabriken bestehen aus 80 Bausteinen – sogenannten ribosomalen Proteinen. Rund ein Viertel davon wird je nach Gewebetyp in ganz bestimmten Mengen hergestellt, teilte die Uni Basel kürzlich mit.

    Auch verschiedene Krebsarten haben ihre ganz eigene "Signatur", in welcher Mengenverteilung die verschiedenen ribosomalen Proteine erzeugt werden, berichteten die Forschenden im Fachblatt "Genome Biology". Sie hatten für ihre Studie diese Mengenverteilung in 30 Gewebearten, 300 verschiedenen Zelltypen und 16 unterschiedlichen Tumorarten systematisch untersucht.

    Protein-Herstellung läuft falsch

    In Krebszellen sei die Herstellung einiger ribosomaler Proteine stets unterdrückt, die anderer immer erhöht, erklärte Studienautor Joao Guimaraes. "Das deutet darauf hin, dass einzelne ribosomale Proteine entweder das Tumorwachstum unterdrücken oder begünstigen können."

    Unter den untersuchten Krebsarten befand sich auch Brustkrebs. Anhand von Patientinnenproben stellten die Wissenschafter fest, dass es einen Zusammenhang zwischen der Mengenverteilung der ribosomalen Proteine und dem rückfallfreien Überleben gibt. Damit wäre also eine Vorhersage des weiteren Krankheitsverlaufs möglich. "Diese ist mit den Prognosen vergleichbar, die man mit den derzeit besten Markern erreicht", so die Studienleiterin Zavolan. Die Forschenden wollen die Funktion der einzelnen ribosomalen Proteine weiter aufklären, um damit die Basis für neue Therapieansätze zu schaffen. (APA, 5.12.2016)

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