Nach dem Referendum: Wer Renzis Erbe antreten könnte

Ansichtssache5. Dezember 2016, 11:42
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Sechs Namen stehen nach dem Rücktritt Matteo Renzis auf der Shortlist für Italiens höchstes Regierungsamt

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Pier Carlo Padoan (66), parteiloser Finanzminister der scheidenden Regierung Renzi, gilt als besonnen, erfahren und versiert auf dem internationalen Parkett. Die Kür des Ökonomen aus Rom, der schon dem früheren Premier Massimo D'Alema als Berater sowie der OECD und dem Internationalen Währungsfonds diente, würde von den Märkten wohl als Signal der Kontinuität interpretiert.

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Pietro Grasso (71), 2015 nach dem Rücktritt Giorgio Napolitanos drei Wochen lang Interimspräsident, gilt wegen seiner beruflichen Vergangenheit als Anti-Mafia-Staatsanwalt als integer. Als Senatspräsident steht der sizilianische Politiker des Partito Democratico jener Institution vor, die Renzis beim Referendum gescheiterte Reform hätte umkrempeln wollen.

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Dario Franceschini (58), bisher Kulturminister, wurde für seine Arbeit im Kabinett Renzi viel Lob zuteil, er gilt als gut vernetzter Politikmanager und daneben als talentierter Romanautor. Der Jurist aus der Emilia-Romagna war erst aktives Mitglied der untergegangenen Volkspartei Democrazia Cristiana, bevor er sich dem Mitte-links-Bündnis Partito Democratico anschloss – und dieses im Jahr 2009 als Parteichef führte.

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Carlo Calenda (43), Renzis Minister für wirtschaftliche Entwicklung, ist der jüngste der Premiersaspiranten. Der Römer Jurist stand einst in den Diensten der Autoschmiede Ferrari und des Privat-TV-Senders Sky – und des Übergangspremiers Mario Monti, für dessen Liste er antrat, bevor er zu Renzis Partito Democratico wechselte.

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Graziano Delrio (56, Mitte), Infrastrukturminister, gilt als "super-renziano" und enger Vertrauter des scheidenden Regierungschefs. Dem Arzt aus der Emilia-Romagna wird von Beobachtern zugetraut, die innenpolitischen Wogen nach dem Referendum zu glätten.

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Enrico Letta (50), Renzis Vorgänger als Premier und derzeit Politikprofessor in Paris, gilt als erfahren und weltgewandt, seine Vergangenheit – Renzi stürzte ihn 2014 – macht ihn aber zu einem Außenseiter im Rennen um Italiens höchstes Regierungsamt. (flon, 5.12.2016)

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