Überraschender Baustopp für Pipeline in North Dakota

5. Dezember 2016, 06:03
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Großer Etappensieg für tausende Umweltschützer. Die Pipeline sollte entlang eines Indianerreservats verlaufen

Bismarck – Die umstrittene Ölpipeline im US-Bundesstaat North Dakota wird vorerst nicht weitergebaut. Statt des Verlaufs entlang eines Indianerreservats sollen nun andere Routen geprüft werden, erklärte das United States Army Corps of Engineers am Sonntag. Die Entscheidung der US-Regierung ist für mehrere tausend Demonstranten eventuell nur ein Etappensieg, aber ein sehr großer.

afp

Gegen die Pipeline gibt es seit Monaten sowohl am Ort als auch in sozialen Medien Proteste. Sie richten sich gegen eine drohende Verschmutzung der Umwelt. Die Indianer sehen heilige Stätten und ihre Wasserversorgung bedroht. Bei Demonstrationen ging die Polizei in den vergangenen Monaten hart vor, es gab mehrere Verletzte.

Viel Arbeit

In einem Statement erklärte Jo-Ellen Darcy, stellvertretende Ministerin für Zivilangelegenheiten der US-Army, auch nach vielen Diskussionen mit dem Stamm der Sioux und den Betreibern der Pipeline sei klar, dass nun noch viel Arbeit vor ihnen liege. Das geschehe am besten unter voller Beteiligung der Öffentlichkeit und umfangreicher Analysen. Es ist zu erwarten, dass dies auch unter einer neuen US-Regierung einige Zeit in Anspruch nimmt.

Von den Betreibern der Pipeline gab es in der Nacht zu Montag zunächst keine Reaktion. Dave Archambault II, Chef des Stammes der Standing Rock Sioux, erklärte, sein Stamm und alle Indianer würden der Regierung von Präsident Barack Obama auf ewig dankbar sein. Der Lauf der Geschichte sei korrigiert worden. Dem Protest hatten sich ungewöhnlich viele Indianerstämme angeschlossen. Videos auf Facebook aus einem Camp zeigten Freudentänze und ausgelassene Sprechchöre.

1.900 Kilometer Rohre

Die Pipeline ist ein 3,8 Milliarden Dollar schweres Projekt. Sie soll Öl von den tausenden Frackingbohrstellen im Norden North Dakotas in den Staat Illinois transportieren und insgesamt fast 1.900 Kilometer lang sein. Sie ist bis auf das fehlende Stück unter dem Lake Oahe, dessen Bau von der Army jetzt angehalten wurde, fertiggestellt. Der See ist ein Wasserreservoir des Missouri.

Die Demonstranten am Cannonball River befinden sich auf einem Grund des US Army Corps of Engineers, einem Kommando der US Army, das im Bereich Bauingenieurwesen tätig ist. Sie waren von der Bundesregierung aufgefordert worden, an diesem Montag aus ihren Camps abzuziehen.

Auch der künftige US-Präsident Donald Trump hat als Unternehmer kräftig in die Pipeline-Betreiberfirma ETPN und eine Holding (Phillips 66) investiert. Nach der Wahl sagte er, er sei für eine Fertigstellung des Projekts. Sein Team verbreitete, das liege im Interesse aller Amerikaner. (APA, 5.12.2016)

  • Die Indianer sehen heilige Stätten und ihre Wasserversorgung bedroht. Bei Demonstrationen ging die Polizei in den vergangenen Monaten hart zur Sache, es gab mehrere Verletzte.
    foto: apa/afp/jim watson

    Die Indianer sehen heilige Stätten und ihre Wasserversorgung bedroht. Bei Demonstrationen ging die Polizei in den vergangenen Monaten hart zur Sache, es gab mehrere Verletzte.

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