Genfer Kantonsarchive wollen Dokument mit Calvins Unterschrift zurück

4. Dezember 2016, 20:32
6 Postings

New Yorker Auktionshaus "Sotheby's" versteigerte Quittung mit Unterschrift des Reformators

New York – Beim Auktionshaus Sotheby's in New York soll eine Zahlungsbestätigung mit der Unterschrift des Genfer Reformators Johannes Calvin (1509-1564) versteigert werden. Dagegen setzen sich nun die Genfer Kantonsarchive zur Wehr, wie die "Tribune de Genève" berichtet. Kantonsarchivar Pierre Flückiger verlangt demnach, dass das Dokument dem Kanton Genf zurückerstattet werde.

Die Behörden nahmen laut Flückiger mit Sotheby's Kontakt auf. Es soll versucht werden, eine außergerichtliche Einigung für die Rückführung des Dokuments zu erzielen. Flückiger wolle vermeiden, dass ein Markt für den Handel mit solchen Archivalien entstehen kann.

Der Theologe Calvin hatte von der Genfer Kirche während seiner Anstellung alle drei Monate ein Goldstück im Wert von 125 Florin erhalten. Für diesen Lohn unterzeichnete er die Quittung. Das Dokument stammt laut Zeitung aus dem Jahr 1553. Vermutlich sei das Papier im 19. Jahrhundert gestohlen worden. Sotheby's taxiert den Wert des Schriftstücks auf umgerechnet knapp 18.000 bis 28.000 Euro.

500 Florin pro Jahr

Die Genfer Kantonsarchive sind im Besitz mehrerer ähnlicher Dokumente, die von dem Reformator unterzeichnet worden waren. Johannes Calvin wurde für seine Arbeit quartalsweise bezahlt. Damit verdiente 500 Florin pro Jahr. (APA, red, 4.12.2016)

Share if you care.