Wer wem seine Stimme gegeben hat

Infografik4. Dezember 2016, 19:29
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Wie Alter, Bildung und Geschlecht der Wähler die Wahl beeinflusst haben

Alexander Van der Bellen wird nächster Bundespräsident Österreichs. Das geht aus der Hochrechnung des Meinungsforschungsinstituts Sora von Sonntagabend hervor. Er hat gemäß der Wahlkartenprognose 53,3 Prozent der Stimmen erhalten. Diesen Sieg hat er einem starken Abschneiden bei Frauen, Angestellten und Personen mit formal höherem Bildungsabschluss zu verdanken.

Männer wählen Hofer, Frauen wählen Van der Bellen

Gravierende Unterschiede gibt es im Wahlverhalten nach Geschlecht. Der freiheitliche Kandidat Norbert Hofer hat bei Frauen in keiner Altersgruppe eine Mehrheit. Im Wahlverhalten der Männer sind die Verhältnisse komplizierter. Hofer ist hier in den meisten Altersgruppen der bevorzugte Kandidat – allerdings mit geringerem Abstand, als das bei Frauen der Fall ist. Sicher hat Hofer nur die Männer zwischen 30 und 59 Jahren mehrheitlich auf seiner Seite. Bei den anderen Altersgruppen liegen die Ergebnisse innerhalb der Schwankungsbreite und lassen deshalb keinen eindeutigen Schluss zu.

Große Kluft im Wahlverhalten nach Bildungsabschluss

Wer einen höheren Bildungsabschluss hat, wählt Van der Bellen. Das geht aus den Sora-Daten eindeutig hervor. Am deutlichsten ist der Vorsprung bei Akademikern: In dieser Wählergruppe hat der ehemalige Grünen-Chef 83 Prozent der Stimmen erhalten.

Pensionisten und Angestellte für Van der Bellen

Norbert Hofer hat die Arbeiter auf seiner Seite. 85 Prozent der Personen mit diesem Erwerbsstatus haben ihn gewählt. Bei Angestellten, öffentlich Bediensteten und Pensionisten hat Van der Bellen besser abgeschnitten. Für Selbstständige lässt sich keine eindeutige Aussage treffen.

Van der Bellen hat stärker mobilisiert

Von jenen Bevölkerungsgruppen, die Van der Bellen auf seiner Seite hat, haben auch mehr ihre Stimme an der Urne oder per Briefwahl abgegeben.

(Gerald Gartner, 4.12.2016)

Angaben zur Methodik

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte zur Wiederholung der Bundespräsidentenwahl Österreich 2016

Methode: telefonische Befragung (computer assisted telephone interview/CATI)
Befragungszeitraum: 1. bis 4. Dezember 2016 mittags
Feldarbeit: IPR
Stichprobe:
n=1.218
Gewichtung der Daten: soziodemografisch (Geschlecht, Alter, Bildung, Erwerb)

Hochrechnung um 17.50 Uhr am Wahltag

  • Artikelbild
    foto: standard / robert newald, christian fischer; apa
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