Ried verschafft sich Luft: 2:1 gegen Mattersburg

3. Dezember 2016, 20:31
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Innviertler drehen das Spiel nach einem schnellen Rückstand

Ried – Der SV Mattersburg bleibt nach einer 1:2-(1:0)-Niederlage in Ried auch nach der 18. Runde Schlusslicht der Fußball-Bundesliga. Nach einem frühen Tor von Patrick Bürger in der fünften Minute schaute es nach dem ersten Auswärtssaisonsieg der Burgenländer aus. Doch Patrick Möschl (80.) und Thomas Reifeltshammer (87.) drehten die Partie mit ihren Treffern im Finish noch zugunsten der Rieder.

Damit fehlen Mattersburg bei Saison-Halbzeit weiter drei Zähler auf den Aufsteiger aus St. Pölten, der zuvor bei Rapid verdientermaßen 0:1 verloren hatte. Der SV Ried, die zuletzt drei Niederlage en suite kassiert hatte, gelang dagegen der erhoffte Befreiungsschlag. Die Innviertler haben als Achter nun komfortable neun Punkte Vorsprung auf den Abstiegsrang.

Die Gäste erwischten vor der Negativrekordkulisse von 2.340 Zuschauern in der Keine Sorgen Arena einen optimalen Start, denn nach Maßflanke von Michael Novak erzielte Bürger per Kopf nach nicht einmal 300 Sekunden bereits das 1:0. Auf der Gegenseite scheiterte Dieter Elsneg an Mattersburg-Schlussmann Markus Kuster (9.), und ein Freistoß von Thomas Bergmann aus knapp 25 Metern klatschte an die Latte (15.).

Honsak verletzt

Mattersburg blieb auch in der Folge durch Kopfbälle gefährlich, da die Rieder Abwehr bei Flanken stets große Probleme hatte: So stieg Nedeljko Malic nach einem Jano-Eckball unbedrängt hoch, doch der Ball schlug unmittelbar neben der Stange im Außennetz ein. Den Versuch von Barnabas Varga wehrte dann Ried-Tormann Thomas Gebauer (39.) in den Corner ab.

Ried-Trainer Christian Benbennek musste in der Pause wechseln, da sich Mathias Honsak im Luftkampf mit Novak unmittelbar vor der Pause verletzte. Die erste Diagnose lautete Verdacht auf Jochbeinbruch. Für den 19-Jährigen kam Möschl, der viel Schwung ins Spiel der Hausherren brachte und mit seinem sehenswerten Ausgleichstreffer die Wende einleitete. Der 23-jährige setzte sich am linken Flügel durch und schlenzte den Ball knapp innerhalb des Strafraums perfekt ins lange Eck.

Kurz zuvor war Mattersburg-Spieler Sven Sprangler wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz gestellt worden. Diese Unterzahl nutzten die Rieder, die nach dem Wechsel sehr bemüht, aber bis zum Möschl-Treffer selten gefährlich waren. Die größte Mattersburg-Chance in der zweiten Hälfte ließ Florian Templ nach Vorarbeit und Flanke von Thorsten Röcher aus (82./knapp daneben).

Diese vergebene Topmöglichkeit sollte sich nur fünf Minuten später rächen. Nach einer Ecke bekamen die Mattersburger den Ball nicht weg, der schließlich bei Reifeltshammer landete. Der Innenverteidiger ließ sich diesen Sitzer nicht entgehen und beendete mit seinem dritten Saisontor die Negativserie der Rieder. Mattersburg hat nun schon 16 Gegentore in der Schlussviertelstunde einstecken müssen. (APA; 3.12.2016)

Bundesliga – 18. Runde:
SV Ried – SV Mattersburg 2:1 (0:1)
Ried, Keine Sorgen Arena, 2.340 Zuschauer, SR Weinberger.

Torfolge:
0:1 ( 5.) Bürger
1:1 (80.) Möschl
2:1 (87.) Reifeltshammer

Ried: Gebauer – Bergmann, Reifeltshammer, Özdemir, Prada (80. Chessa) – Ziegl, Zulj (80. Ademi) – Walch, Elsneg, Honsak (46. Möschl) – Fröschl

Mattersburg: Kuster – Novak, Malic, Rath, Maksimenko – Templ (90. Ibser), Jano, Sprangler, Röcher – Bürger (72. Erhardt), Varga (84. Pink)

Gelb-Rote Karte: Sprangler (78./wiederholtes Foulspiel)

Gelbe Karten: Keine bzw. Bürger, Varga

Stimmen

Christian Benbennek (Ried-Trainer): "Den Statistikzettel von heute werde ich mir auch aufheben. Heute waren wir in allen Statistiken besser, das hat man im Spiel gar nicht so gemerkt. Wenn man zuvor von den letzten sieben Spielen sechs verliert und beim einzigen Sieg (2:1 zu Hause gegen die Admira, Anm.) auch noch die schlechtere Mannschaft ist, ist es normal, dass man unsicher wird. Da ist es wichtig, ruhig zu bleiben und an sich zu glauben. Wir haben gemerkt, dass auch die Zuschauer unruhig wurden. Das ist jetzt ein ganz tolles Ergebnis für uns, weil wir das Spiel gedreht haben. Jetzt haben wir 20 Punkte, damit sind wir im Soll, darauf können wir aufbauen."

Zur Verletzung von Mathias Honsak, der einen Jochbeinbruch erlitt und ins Salzburger Krankenhaus gebracht wurde, wo er eventuell noch am Samstagabend operiert werden sollte, meinte Benbennek: "Honsak hat trotz Jochbeinbruch weiter gespielt. Die Wange ist immer dicker geworden. Hut ab vor dieser Härte."

Ivica Vastic (Mattersburg-Trainer): "Wir sind sehr optimistisch ins Spiel gegangen und haben gut angefangen. Dann haben wir aber den Faden verloren und es nicht geschafft nachzulegen. In der ersten Halbzeit hatten wir zu viele Fehlpässe nach vorne, um die Chancen zu nutzen. Der Schiedsrichter hat zu viele Gelbe Karten verteilt. Die zweite Gelbe für Sprangler war der Knackpunkt in der Partie. Ried hatte eigentlich keine echte Torchance, aber wir hatten auch zu wenig Kommunikation auf dem Platz. Wir haben auch spielerisch nicht überzeugt. Eine Passquote von 65 Prozent ist zu wenig, wenn du etwas mitnehmen willst."

Ried-Torschütze Patrick Möschl zu seinem sehenswerten Ausgleichstreffer: "Im Training mache ich das oft. Dass es so passt, da gehört natürlich auch etwas Glück dazu. Wir haben gemerkt, dass die Zuschauer unruhig wurden. Das kann man verstehen, denn die zahlen Eintritt und wollen Leistung sehen. Die Gelb-Rote Karte war ein Knackpunkt."

Thomas Reifeltshammer (Ried-Siegtorschütze): "Ich bin genau richtig gestanden und habe nicht lange überlegt. Nach dem Ausschluss haben wir gemerkt, da könnte noch was gehen. Vorher hat man bei uns die Verunsicherung stark gemerkt. Das frühe Führungstor hat da genau dazu gepasst."

  • Artikelbild
    foto: apa/hackl
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