Fußballreform: Aus der Not geboren

    Kommentar2. Dezember 2016, 17:57
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    Den Fußball kann nicht einmal der Kasperl derschlagen

    Österreich ist kein Hort der Reformgeilheit. Die Notwendigkeit von Veränderungen wird zwar erkannt, man steht aber einander verlässlich im Weg. Der gemeinsame Nenner in der Bildungsdebatte ist, dass unsere Kinder weiter verblöden. Die Fußballbundesliga hat nun ein Zeichen gesetzt. Sie hat zu Recht festgestellt, dass sich das Land keine zwei Zehnerligen leisten kann, 20 Profivereine sind zu viel, sogar Traditionsklubs sind reihenweise kollabiert. Also herrschte Handlungsbedarf.

    Bedauerlicherweise könnte das zu einer Verschlimmbesserung führen. Ab 2018/19 wird es eine professionelle Zwölferliga und eine halbprofessionelle Sechzehnerliga geben. Im Oberhaus werden nach dem Grunddurchgang Playoffs mit je sechs Teams gespielt. Die Punkte werden halbiert, dem Fußball wird etwas Wesentliches genommen, bisher hat jedes Resultat gezählt. Die Trainer müssen umdenken. "Jeder Sieg ist wichtig" heißt: "Jeder Sieg ist halbwichtig", Versprecher sind programmiert.

    Die Liga rechnet mit Steigerungsraten. Kann, muss nicht sein. Die TV-Gelder werden eher sinken, so selbstzerstörerisch kann nicht einmal der ORF sein, dass er das Abstiegsplayoff live zeigt. Über der zweiten Liga wird der Pleitegeier schweben. Egal, den Fußball kann nicht einmal der Kasperl derschlagen. Die Reform der Reform ist angedacht, eine Sechzehnerliga und zwei Regionalligen werden dabei rauskommen. Bis dahin verblöden unsere Kinder weiter. (Christian Hackl, 2.12.2016)

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